Aargauer Honoraraffäre: Sonderprüfung startet

Waren die Fehlabrechnungen Einzelfälle? Um dies zu prüfen, nimmt die Finanzkontrolle die drei Aargauer Kantonsspitäler genau unter die Lupe.

, 16. August 2019 um 06:00
image
Die Fälle brachten den Kanton Aargau doppelt in die Schlagzeilen. Ein Orthopäde des Kantonsspitals Baden (KSB) und ein Angiologe des Kantonsspitals Aargaus (KSA) rechneten beide falsch ab. Im ersten Fall erstatte der Arzt 45'000 Franken zurück - und bekam einen Verweis. Der Arzt des KSA zahlte 13'000 Franken zurück -gegen ihn läuft ein Strafverfahren. Der Verdacht: Betrug.
Nun will die Politik die Fälle ihrerseits aufklären. Die kantonale Finanzaufsicht wurde von der Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Grossen Rates mit einer Sonderprüfung betraut, wie die «Aargauer Zeitung» berichtet. Dies auch deshalb, weil der GPK die von der Regierung zu den Fällen gelieferten Berichten nicht genügen.

Weiteres Spital wird in Untersuchung einbezogen

Die Untersuchung soll zeigen, ob die beiden Vorkommnisse Einzelfälle waren - oder ob das System anfällig sei für solche Fehlabrechnungen. Die Untersuchung wird neben den beiden betroffenen Spitälern, dem KSB und dem KSA, deshalb auch das dritte Kantonsspital umfassen. Es handelt sich dabei um die  Psychiatrischen Dienste. In Letzterer sind bisher keine Verfehlungen bekannt.
Die Finanzaufsicht hat die Kompetenz, von den Spitälern Unterlagen anzufordern und deren Akten einzusehen. Die Politik erhofft sich deshalb eine vollständige Aufklärung der Fehlabrechnungen.
Artikel teilen

Loading

Comment

Mehr zum Thema

image

Hohe Fluktuation ist ein Qualitätskiller

Wenn Ärzte und Pflegepersonal häufig wechseln, leidet die Patientenversorgung, und die Mortalität steigt: Dies besagt eine Datenanalyse aus 148 britischen Kliniken.

image

Jede Notfall-Konsultation kostet 460 Franken

Notfallstationen werden immer öfter besucht. Eine Obsan-Studie bietet nun Zahlen dazu. Zum Beispiel: 777'000 Personen begaben sich dreimal in einem Jahr auf den Spital-Notfall.

image

Pharmagelder 2024: Zuwendungen an Schweizer Ärzte steigen leicht

2024 erhielten Ärzte, Spitäler und Fachgesellschaften zusammen 262 Millionen Franken – 16 Millionen mehr als im Jahr davor.

image

Ob FaGe, Apotheker, Physio oder Chefärztin: Das verdient man im Gesundheitswesen

Wie steht es um Ihr Gehalt? Hier finden Sie die Standard-Monatslöhne der wichtigsten Berufe in der Gesundheitsbranche.

image

Die 10-Prozent-Illusion der Schweizer Spitäler

Eine Betriebsrendite von zehn Prozent galt lange als Überlebens-Formel für Akutspitäler. Womöglich ist dieser Richtwert zu tief. Die Beratungsfirma PwC fordert mehr Effizienz – die Spitäler höhere Tarife.

image

Auf dem richtigen Weg

Der Markt für Krankenhaus-Informationssysteme (KIS) befindet sich in einer Phase tiefgreifender Transformation. Die aktuellen Trends und Herausforderungen der Branche sowie die Erwartungen der Kliniken beleuchtet Dirk Müller, Director Product Management CIS4U bei Dedalus HealthCare.

Vom gleichen Autor

image

Covid-19 ist auch für das DRG-System eine Herausforderung

Die Fallpauschalen wurden für die Vergütung von Covid-19-Behandlungen adaptiert. Dieses Fazit zieht der Direktor eines Unispitals.

image

Ein Vogel verzögert Unispital-Neubau

Ein vom Aussterben bedrohter Wanderfalke nistet im künftigen Zürcher Kispi. Auch sonst sieht sich das Spital als Bauherrin mit speziellen Herausforderungen konfrontiert.

image

Preisdeckel für lukrative Spitalbehandlungen?

Das DRG-Modell setzt Fehlanreize, die zu Mengenausweitungen führen. Der Bund will deshalb eine gedeckelte Grundpauschale - für den Direktor des Unispitals Basel ist das der völlig falsche Weg.