KIS: Bundesgericht gibt CHUV grünes Licht

Das CHUV und elf weitere Waadtländer Gesundheits-Institute können ihre Ausschreibung für ein gemeinsames Klinik-Informationssystem wiederaufnehmen – ohne die Anforderungen zu ändern.

, 7. November 2025 um 08:05
image
Symbolbild: Irwan / Unsplash
Das Bundesgericht hat die Beschwerden des Genfer Unternehmens Kheops Technologies gegen die KIS-Ausschreibung des Centre Hospitalier Universitaire Vaudois (CHUV) und der Fédération des Hôpitaux Vaudois Informatique (FHVi) abgewiesen. Das höchste Schweizer Gericht bestätigte damit die Auswahlbedingungen für die Beschaffung eines gemeinsamen klinischen Informationssystems.
«Die zahlreichen Interventionen vor Gericht haben den Prozess erheblich verlangsamt und wurden alle in der Sache zurückgewiesen», kommentiert das CHUV das Urteil in seiner Pressemitteilung. Die Ausschreibung tritt damit in ihre Endphase ein.

200-Millionen-Projekt

Das CHUV und elf regionale Institutionen wollen in den nächsten Jahren ein einheitliches IT-System beschaffen; die Ausschreibung war im September 2024 erfolgt. Die Kosten für die Einführung des neuen Systems werden auf 200 Millionen Franken geschätzt und sollen alle Fachbereiche des Krankenhauses abdecken: Erwachsenen- und Kinderonkologie, Notaufnahme, Intensivpflege, Genetik, OP-Management, Transport und Ressourcen.

Kritik an Verhältnismässigkeit

Die Ausschreibung hatte bereits kurz nach ihrer Veröffentlichung Kritik hervorgerufen. Die Genfer Firma Kheops Technologies beschuldigte das CHUV, Kriterien festgelegt zu haben, die den amerikanischen Anbieter Epic bevorzugten. Andererseits äusserten regionale Spitäler die Meinung, dass diese Investition in keinem Verhältnis zu ihren Bedürfnissen stehe.
Kheops hatte daraufhin beim Waadtländer Kantonsgericht Beschwerde eingelegt, was zu einer ersten Aussetzung des Verfahrens führte. Im Januar 2025 bestätigte das Waadtländer Gericht jedoch die Ausschreibung und gab dem CHUV und der FHVi Recht.
Cheops zog den Fall daraufhin vor das Bundesgericht, was im Februar 2025 zu einer erneuten Unterbrechung des Prozesses führte. Mit der Bundesgerichtsurteil vom 17. September 2025, das nun bekannt gegeben wurde, ist der Rechtsstreit endgültig abgeschlossen.
  • digital & ki
  • CHUV
Artikel teilen

Loading

Kommentar

Mehr zum Thema

image

KI in der Medizin? Klar, kein Problem.

Dr. KI auf dem Vormarsch: Künstliche Intelligenz wird in der Bevölkerung zunehmend akzeptiert – für Diagnosen, Zweitmeinungen und zur Früherkennung. Dies besagt eine repräsentative Erhebung in Deutschland.

image

KSW plant Einsatz von Secondhand-Lizenzen

Um Kosten zu sparen will das Kantonsspital Winterthur gebrauchte Microsoft-Lizenzen beschaffen.

image

Shape sensing roboter-assistierte Bronchoskopie

Eine aktuelle Studie am Universitätsspital Zürich zeigt: Shape sensing roboter-assistierte Bronchoskopie (ssRAB) mit dem Ion Endoluminalsystem erzielt dreifach höhere Diagnoserate bei kleinsten Lungentumoren als herkömmliche Bronchoskopie-Methoden.

image

KI in der Augenheilkunde: Der neue Kollege, den niemand einarbeitet

Künstliche Intelligenz kann Netzhautbilder zuverlässig analysieren. Trotzdem kommt sie im Praxisalltag selten zum Einsatz, wie eine Befragung im DACH-Raum zeigt.

image

Weniger Notfall, mehr Sicherheit: Telemedizin unterstützt Spitex-Teams im Aargau

In einem Pilotprojekt testen Medgate und zwei Spitex-Organisationen den Einsatz von telemedizinischer Expertise in den Wohnungen der Klienten. Sensorikgeräte liefern dabei entscheidende Daten in Echtzeit.

image

Vom Bestellbüro zum Werttreiber

Interview von Unite mit Christian Offergeld, Strategie- und Managementberater für Spitäler bei Unity Schweiz AG , über die notwendige Transformation und Digitalisierung der Beschaffung in Spitälern

Vom gleichen Autor

image

Reorganisation bei Swiss Medical Network

Genf und das Waadtland werden in der Region «Arc Lémanique» zusammengefasst, geleitet von Stanley Hautdidier. In der Geschäftsleitung kommt es zu mehreren Veränderungen.

image

Ensemble Hospitalier de la Côte: Neue Leiterin Chirurgie

Nach Stationen am CHUV und HUG kehrt Valentine Luzuy-Guarnero zum Waadtländer Gesundheitsnetzwerk EHC zurück.

image

Medizinstudierende wählen nach Fachattraktivität

Nicht Geld oder Lifestyle entscheiden – sondern die Faszination fürs Fach: Eine aktuelle Studie zeigt, dass Medizinstudierende ihre Berufswahl vor allem nach der Attraktivität des Fachgebiets treffen.