Ab Juli 2026 werden in der Schweiz erstmals Kosten für
digitale Gesundheitsanwendungen von der Krankenkasse übernommen. Konkret betrifft dies Apps zur kognitiven Verhaltenstherapie bei Depressionen. Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) hat dafür die Krankenpflege-Leistungsverordnung angepasst.
Nun wurde auch eine erste digitale Therapie dafür zugelassen: Es handelt sich um die Depressions-Therapie Deprexis des Deutschen Entwicklers Gaia.
Diese Online-Anwendung ist in Deutschland bereits als erstattungsfähige digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) gelistet. Nun kann sie ab Juli in der Schweiz verordnet und über die Grundversicherung abgerechnet werden.
Was kostet das?
Die App wird unter anderem auch in Französisch und Italienisch verfügbar sein. Die Preise für die Schweizer Patientinnen und Patienten stehen noch nicht fest; in Deutschland kostet die Deprexis-Lizenz 228 Euro pro Jahr. Zum Vergleich: Die in der deutschen Kassen-Liste aufgenommenen DiGa bei psychischen Befunden haben derzeit Herstellerpreise zwischen 185 Euro (für eine App zur Alkohol-Mässigung) und 765 Euro (für eine App zur Bewältigung von sozialen Phobien).
Deprexis bietet Betroffenen einen virtuellen Dialog mit Übungen, Methoden und Techniken zur Bewältigung von Depressionen.
«Deutschland war vor fünf Jahren Vorreiter. Jetzt erkennen auch andere Länder den Wert digitaler Therapien an», sagt Mario Weiss, der CEO und Gründer von Gaia.