Spielerei vorbei: KI wird 2026 für Spitäler zur Pflichtübung

Was 2025 noch als Pilotprojekt lief, wird 2026 Infrastruktur: Künstliche Intelligenz zieht umfassend ins Gesundheitswesen ein – von der Dokumentation bis zur klinischen Entscheidung. Das besagt eine Experten-Befragung.

, 6. Januar 2026 um 06:39
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Big Business: Werbewand in Manhattan, Januar 2026.
Künstliche Intelligenz im Spital, in der Klinik, in der Praxis – das gibt es nicht mehr bloss in vereinzelten Pilotprojekten (oder in der diskreten privaten Nutzung von ChatGPT). Künstliche Intelligenz wird im Jahr 2026 nicht länger technischer Versuchsballon behandelt. Vielmehr rückt sie auf zum festen Bestandteil der Betriebsstruktur – in der Verwaltung, in der Dokumentation wie auch in der klinischen Nutzung.
Kurz: KI wird an immer mehr Orten im gesamten Gesundheitswesen eingesetzt. Und sie erhält eine strategische Dimension.
Dies ist die zentrale Aussage einer Befragung, die das Fachmagazin «Chief Healthcare Executive» unter ausgewählten Experten durchgeführt hat. Konkret befragte das US-Medium 26 Fachleute aus Kliniken, Tech-Unternehmen, Versicherungen und Consulting-Firmen zu ihren KI-Perspektiven für das Jahr 2026.
  • «AI in health care: 26 leaders offer predictions for 2026», in: «Chief Healthcare Executive», Januar 2026.
Die Haupteinsicht daraus: Wenn 2025 das Jahr der Insellösungen war, wird 2026 wird zum Jahr, in dem Künstliche Intelligenz als umfassendes Rückgrat von Gesundheitsbetrieben verstanden wird.
Auf allen Stufen dürfte beispielsweise sogenanntes Ambient Listening in der Dokumentation eingesetzt werden – so eine der häufigsten Prognosen der Experten. Damit wird KI stärker zum integralen Bestandteil der Bearbeitung des Elektronischen Patientendossiers. Und sie entwickelt sich zum Standard in administrativen Workflows – bis hin zur juristisch ausgefeilten KI-Reaktion, wenn eine Versicherung eine Kostengutsprache verweigert.
«Im Jahr 2026 wird KI zum entscheidenden Motor für Empathie werden. Da Kunden zunehmend kostenbewusster werden und Automatisierungsmüdigkeit einsetzt, werden nicht jene Lösungen erfolgreich sein, die bloss automatisieren, sondern jene, die erkennen, wann ein Mensch Mitgefühl, Klarheit oder menschliche Unterstützung benötigt», Nicole Rogas, Präsidentin der Datenverarbeitungsfirma RevSpring.
Ein oft wiederkehrendes Motiv in den Aussagen der befragten Experten ist also die Erwartung, dass KI Effizienz steigert, Kosten senkt und dem Pflegepersonal sowie den Ärzten mehr Zeit für die Patienten verschafft. Doch viele Experten betonen einen weiteren Aspekt: 2026 gewinnt auch die klinische Akzeptanz von KI sowie der Fokus auf patientenzentrierte Anwendungen klar an Bedeutung.
Auf der einen Seite werden Tools wichtiger, die Risiken prognostizieren, bei der Diagnose unterstützen oder die sowohl in der Prävention als auch in der Nachbetreuung helfen. Auf der anderen Seite muss sich das Gesundheitswesen darauf einstellen, dass Patienten ihrerseits mehr personalisierte KI-Gesundheitsdienste nachfragen.

«KI-Orchestratoren»

Hervorgehoben wird schliesslich die wachsende Bedeutung robuster Datenstrukturen und klarer Governance. Spitäler werden dafür vermehrt spezialisierte Modelle einsetzen müssen – statt auf generische LLMs wie ChatGPT zu setzen. KI-gestützte Datenorchestrierung und einheitliche Datenansichten rücken in den Vordergrund.
Einige Einschätzungen gehen über die gängigen Erwartungen hinaus. So prognostizieren einzelne Experten, dass KI 2026 vermehrt auch als «Empathie-Maschine» eingesetzt wird: Ihre Kombination aus Automatisierung und Kontextverständnis ermöglicht auch im klinischen Alltag sensible, situationsgerechte Antworten.
Eher futuristisch mutet schliesslich die Vorstellung an, dass sogenannte «KI-Orchestratoren» klinische Arbeitsabläufe steuern, priorisieren und besser koordinieren werden als die Planer von heute.

KI im Gesundheitswesen: Das zeichnet sich 2026 ab

  • Vom Experiment zum Standard: 2026 wird das Jahr, in dem KI im Gesundheitswesen als umfassendes Werkzeug ankommt. Vorbei die Zeit der Pilot- und Nischenprojekte.
  • Fokus auf messbare Ergebnisse und wirtschaftlichen Nutzen. Die Gesundheitsbetriebe verlangen dabei auch eine klare Wirkungsmessung und belastbare Angaben zur Rentabilität der KI-Investitionen – nicht bloss technologische Innovation.
  • Menschenzentrierte Umsetzung. KI wird nicht ersetzen, sondern entlasten: Arbeitslast senken, Entscheidungen unterstützen, Versorgung verbessern.
  • Daten und Governance werden genauer beachtet. Ohne robuste Datenstrategie und klare Governance bleibt KI fragmentiert – genau daran wird 2026 intensiv gearbeitet.
  • Partnerschaften und Spezialisierung gewinnen an Bedeutung. KI-Anbieter mit grossem Gesundheits-Know-how werden bevorzugt; generische Tools (wie ChatGPT) verlieren an Schlagkraft.

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