Der Aargauer Heimatschutz hat gegen den Rückbau eines Zweckbaus auf dem Areal des Kantonsspitals Baden (KSB) Beschwerde eingereicht – und verlangt, dass der asbestbelastete Plattenbau aus den 1970er-Jahren unter Denkmalschutz gestellt wird. Dies, obwohl zuvor in keinem Verfahren eine Schutzwürdigkeit des Gebäudes geltend gemacht worden war.
KSB-CEO Pascal Cotrotzo erklärt, man habe eine Weiternutzung sorgfältig geprüft, diese aber aus planerischen, finanziellen und betrieblichen Gründen als unrealistisch verworfen.
Kopfschütteln
Das Vorgehen des Heimatschutzes habe bei vielen Mitarbeitenden und Patienten Kopfschütteln ausgelöst. Das Spital betont, 95 Prozent des Abbruchmaterials würden wiederverwendet, zudem sei eine CO₂-bindende Rückbauweise vorgesehen.
Unterstützung erhält das KSB von alt Stadtplaner Hans Wanner, der den Heimatschutz öffentlich aufforderte, die Beschwerde zurückzuziehen. Eine vom Spital initiierte Petition mit 6’476 Unterschriften – davon 4’200 vor Ort und 2’276 online – fordert dasselbe: «Ziehen Sie Ihre Beschwerde gegen den Rückbau sofort zurück!»
Durch die Beschwerde und das Begehren, den Altbau unter Schutz zu stellen, wird die Weiterentwicklung des KSB-Gesundheitscampus blockiert. «Unter dieser Situation leiden einerseits unsere Patientinnen und Patienten», sagt Daniel Heller, Präsident des Verwaltungsrates der KSB AG. «Andererseits verursacht die Blockade Kosten, die das Spital tragen muss.»
Skulptur
Das KSB zeigt sich dennoch gesprächsbereit. Heller verweist auf neue Ideen, die im Zuge der Debatte entstanden sind – etwa den Vorschlag, aus alten Fassadenelementen im neuen Park eine Skulptur zu gestalten. «Solche Ideen könnte man im Rahmen des geplanten Gestaltungswettbewerbs gut aufnehmen», sagt Heller.
- Das Kantonsspital Baden (KSB) plant, den maroden Altbau durch eine Grünfläche mit einem unterirdischen Parkhaus zu ersetzen. Bereits im Baugesuch für das Neubau-Projekt «Agnes» hat das KSB dieses Vorgehen inklusive Abbruch des Altbaus so deklariert.
- Das Rückbau-Vorhaben wurde vom Stadtrat Baden im Juni 2025 bewilligt. Für die Arealplanung in diesem Bereich soll unter Einbezug der Stadt Baden ein breit abgestützter Wettbewerb durchgeführt werden.