Das Geburtshaus zügelt ins Spital

Trotz chronischer Finanznot und veränderter Rahmenbedingungen gibt die Genossenschaft Geburtshaus Maternité Alpine nicht auf.

, 4. Februar 2026 um 10:59
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Im Spital Zweisimmen wird es zwei grosse Familienzimmer, ein Schwangerschafts- und ein Gebärzimmer für ungeplante Geburten geben - betrieben von der Maternité Alpine. Bild: PD
Die finanzielle Lage der Maternité Alpine ist seit Lebtag angespannt. Die jährlichen Defizite konnten bislang nur dank Spenden und Förderbeiträgen ausgeglichen werden. Hinzu kommt, dass das Spital Zweisimmen im Herbst 2025 seine Operationstätigkeit eingestellt hat, womit ein zentraler Bestandteil des Notfallkonzepts wegfällt.
Aufgeben will die Genossenschaft Geburtshaus Maternité Alpine dennoch nicht. Um Kosten zu sparen, zieht sie ins Spital Zweisimmen, wo durch die Schliessung des Operationstrakts Räumlichkeiten frei geworden sind.
Die Genossenschaft wird diese als eigenständige Institution nutzen. Vorgesehen sind zwei grosse Familienzimmer, ein Schwangerschafts- sowie ein Gebärzimmer für ungeplante Geburten.
Ergänzt wird das Angebot durch eine kleine Küche, ein Stationszimmer und Lagerräumlichkeiten. Das Geburtshaus wird im ersten Stock des Spitals Zweisimmen, in unmittelbarer Nähe des Notfalls, angesiedelt sein.
Angeboten werden Schwangerschaftsbetreuung, Wochenbettbetreuung sowie die Begleitung von Notgeburten. Die Hebammen bedauern, keine geplanten Geburten mehr anbieten zu können. Gleichzeitig zeigen sie sich laut Medienmitteilung dankbar, dass mit dem angepassten Angebot weiterhin rund um die Uhr eine wichtige Anlaufstelle für Schwangere und Familien in den Regionen Simmental, Saanenland und Pays-d’Enhaut erhalten bleibt.
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