Der häufigste «Käfer» in Heimen: Harnweg-Infekt

Blasenkatether sind die Ursache für die häufigste Infektion in Schweizer Alters- und Pflegeheimen. Der Bund will vorbeugen.

, 18. Juni 2025 um 14:28
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In Schulungsfilmen - hier ein Ausschnitt - wird das hygienisch korrekte Anlegen von Blasenkathetern an Puppen gezeigt. | Bioconvalley
Der Bundesrat zieht die Lehren aus der Covid-19-Pandemie und will Infektionen in Alters- und Pflegeheimen bekämpfen. Zu diesem Zweck hat er vergangenen Herbst eine Erhebung in 94 Alters- und Pflegeheime machen lassen. Bei den gut 7000 Bewohnern mit einem Durchschnittsalter von 87 Jahren zeigte sich Folgendes:
  • 2,3 Prozent litten an einer Infektion, die sie sich im Heim zugezogen hatten.
  • Harnwegsinfektionen waren am häufigsten (44 Prozent)
  • 15 Prozent litten an Atemwegsinfektionen
  • Weitere 15 Prozent an Haut- und Weichteilinfektionen
  • Der grösste Risikofaktor für Infektionen sind Blasenkatheter.
  • Weitere Risikofaktoren sind Harninkontinenz, bestehende Wunden und ein kürzlicher Spitalaufenthalt.
  • 2,6 Prozent dere Bewohner erhielten am Erhebungstag eine systemische antibiotische Behandlung.
Mit diesen Erkenntnissen wollen das Bundesamt für Gesundheit (BAG), die Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) und der Heimverband Curaviva nun in den nächsten fünf Jahren alle Beteiligten über die Bedeutung der Infektionsprävention und -kontrolle in Alters- und Pflegeheimen aufklären und die systematische Umsetzung von Massnahmen fördern.
Zuerst sollen die Heime und die Kantone Ansprechpersonen ernennen. Dann soll es Mindestanforderungen für die Alters- und Pflegeheime geben und nationale Empfehlungen zur Infektionsprävention. Auch soll das Personal in den Alters- und Pflegeheimen weitergebildet werden.
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