Das erste stationäre Erwachsenenhospiz im Kanton Bern wird im Sommer 2026 eröffnet. Mit seinen neun Zimmern soll es dazu beitragen, eine Lücke im Versorgungsangebot zu schliessen. Der Bedarf wird weiterhin auf rund 50 Hospizplätze für Erwachsene geschätzt, die idealerweise über alle Berner Regionen verteilt sein sollten.
Die neue Einrichtung ist eines von fünf geplanten Hospizprojekten für Erwachsene im Kanton, neben dem Hospiz BielBienne (Region Bern-Bienne), Hopespiz (Region Berner Oberland), Nangijala (Region Schwarzenburg) und La Passerelle (Region Berner Jura).
Aufgrund einer vom Grossen Rat angenommenen Motion war der Regierungsrat aufgefordert worden, die Einrichtung von Hospiz-Pilotprojekten zu ermöglichen. Im Sommer 2024 hatte der Regierungsrat angekündigt, dass das Hospiz in Bern ein solches Pilotprojekt durchführen würde.
Im Gebäude der Oranienburg
Ursprünglich war als Standort das ehemalige Alters- und Pflegeheim Mon Soleil an der Zähringerstrasse 3 im Berner Länggassquartier vorgesehen. Nun wird die Hospizstiftung Mon Soleil Bern doch im Gebäude der Oranienburg an der Schänzlistrasse 15 im Altenbergquartier angesiedelt. Die Umbauarbeiten am ursprünglich geplanten Standort hätten sich aufgrund von drei Einsprachen verzögert.
Der nun gewählte Standort bietet den Patienten und ihren Angehörigen einen angrenzenden Garten sowie Aufenthalts- und Gemeinschaftsräume. Die Stiftung Diaconis, die Eigentümerin des Gebäudes, wird die hauswirtschaftlichen Dienstleistungen und die Verpflegung übernehmen.
Offen für alle Menschen
«Wir freuen uns sehr, dass wir für die Pilotphase des Hospizes Bern in der Oranienburg einen geeigneten Standort gefunden haben und in wenigen Monaten beginnen können. Das Hospiz Bern ist offen für alle Menschen, unabhängig von ihrer Religion oder ihrer sozialen und kulturellen Herkunft», kommentiert Regula Mader, Präsidentin der Stiftung Hospiz Mon Soleil Bern.
Konkret soll unter anderem eine spezielle Finanzierungsgarantie über die kantonale Direktion für Gesundheit, Soziales und Integration (DSSI) dafür sorgen, dass jede Person unabhängig von ihrer wirtschaftlichen Situation Zugang zu einem Aufenthalt in einem Hospiz hat.
Die Frage der Finanzierung
Dennoch: Während das Betriebskonzept steht und die Einstellung von Personal begonnen hat, sind einige Elemente der Finanzierung noch nicht geklärt, und die Stiftung ist weiterhin auf Spenden angewiesen.
«Der Hauptgrund, warum es in der Schweiz immer noch wenige Hospize gibt, ist die lückenhafte Finanzierung. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für Unterkunft und Verpflegung sowie gewisse Kosten für Pflege und Betreuung nicht vollständig, obwohl der Aufenthalt in einem Hospiz in der Regel günstiger ist als im Spital», ist auf der Website des Hospiz Mon Soleil Bern zu lesen.
Auf Bundesebene wird derzeit diskutiert, wie die Leistungen, die in Hospizstrukturen erbracht werden, angemessen vergütet werden können. Die Ergebnisse sollten in den nächsten Jahren vorliegen.
Stationäres Hospizes für Basel-Stadt?
Auch in Basel-Stadt wird die Frage nach einem stationären Hospiz erneut laut. «Wir würden uns freuen, wenn wir in Basel die Zeichen der Zeit erkennen», sagt Jan Gärtner, Chefarzt des Palliativzentrums am Bethesda Spital Basel, der konkret an der Umsetzung eines solchen Projektes arbeitet.
Die Notwendigkeit sei klar: Nationale Vorgaben, internationale Empfehlungen sowie die einhellige Einschätzung der regionalen Palliative-Care-Fachpersonen sprächen eindeutig für ein stationäres Hospiz in Basel-Stadt – insbesondere in einer urbanen Region, in der sich entsprechende Strukturen vergleichsweise rasch umsetzen liessen.