Antwort auf «Mental Health Crisis»: Neue Stiftung sucht andere Therapien

Die Consciousness & Mental Health Foundation startet ein Ausbildungs- und Forschungsprogramm zu neuen Behandlungsformen. Damit soll Genf zu einem internationalen Bezugspunkt für Innovation in der Psychiatrie werden.

, 10. Oktober 2025 um 07:37
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Bild: Visuals of Lukas / Unsplash
Eine neue Stiftung widmet sich der «Mental Health Crisis» – ein Thema, das bekanntlich zunehmend Aufmerksamkeit gewinnt. Die Consciousness & Mental Health Foundation, jetzt gegründet in Genf, sucht andere Wege in der Behandlung psychischer Erkrankungen.
Sie will helfen, innovative Behandlungsformen und insbesondere psychedelisch unterstützte Therapien in einem sicheren und legalen Rahmen zugänglich zu machen: Gesucht werden Ergänzungen zu bestehenden Therapien etwa bei posttraumatischer Belastungsstörung, therapieresistenter Depression oder bei Suchterkrankungen.
Präsident des Stiftungsrates ist der Suchtpsychiater Jacques Besson, ehemaliger Chefarzt am CHUV. Als Vizepräsidentin amtiert Helena Aicher, die unter anderem an der Universität Zürich lehrt und in Basel forscht.
Mitglieder des Beirats sind unter anderem Idris Guessous, Chefarzt am HUG und Vize-Dekan an der Universität Genf; Jean-Michel Aubry, ehemals Chef der Psychiatrie der HUG; Alexandre Alt, Psychiater und Generalsekretär der Gesellschaft für Psychedelische Medizin; oder der Psychiater Peter Oehen.
Die Direktion untersteht der Innovations-Unternehmerin Bettina Ferdman.
Das Projekt startet schrittweise. In einer ersten Phase (2025–2026) werden 20 Fachpersonen in einem Lehrgang mit zwölf Modulen geschult. Eine Studie an Fachhochschulen soll begleitend die Effekte von psychedelisch unterstützten Therapien erforschen. Zugleich wird ein Pilotprotokoll entwickelt und in einer Einrichtung in Genf getestet.
Danach soll entschieden werden, ob und wie das Projekt in den Regelbetrieb übergehen kann.
Die Schweiz biete mit ihrem Rechtsrahmen ein gutes Umfeld für diese Art von Experimenten, teilt die Stiftung mit: «Mit diesem Projekt kann Genf zu einem internationalen Bezugspunkt werden und gleichzeitig einen realistischen und verantwortungsvollen Ansatz verfolgen, der auf die Qualität der Versorgung und die Patientensicherheit ausgerichtet ist.»
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