Aevis Victoria sucht neue Partner für Swiss Medical Network

Der Freiburger Konzern Aevis Victoria prüft, einen Teil von Swiss Medical Network abzugeben, um die Unabhängigkeit seiner Gesundheits-Tochter zu stärken.

, 3. November 2025 um 09:28
image
Der Verwaltungsrat von Aevis Victoria mit den Gründern Antoine Hubert (Links vorne) und Michel Reybier (rechts vorne). Hinten v.l.n.r: Cédric A. George, Raymond Loretan, Antoine Kohler
Aevis Victoria, das Freiburger Investmentunternehmen in Kliniken und Hotellerie, plant einen Teilrückzug aus seiner wichtigsten Gesundheitstochter Swiss Medical Network (SMN).
Laut einer Mitteilung prüft das Unternehmen den Einstieg neuer strategischer Aktionäre, um die Unabhängigkeit der integrierten Schweizer Privatklinikgruppe zu stärken.
«Swiss Medical Network beabsichtigt, alle Regionen, in denen es tätig ist, mit seinem integrierten Versorgungsangebot und dem alternativen Grundversicherungsprodukt Viva, das in Zusammenarbeit mit Visana entwickelt wurde, abzudecken», heisst es. In diesem Zusammenhang erwäge Aevis den Eintritt neuer strategischer Aktionäre und plane, ihre Beteiligung an Swiss Medical Network zu reduzieren.
Gleichzeitig untersucht Aevis verschiedene strategische Optionen für ihre Tochter Infracore, die auf Spitalinfrastruktur spezialisiert ist. Denkbar sei auch eine Börsennotierung, um der wachsenden Nachfrage nach Sale-and-Lease-Back-Lösungen auf dem Schweizer Spitalmarkt gerecht zu werden.

Umsatzwachstum

Swiss Medical Network steigerte im dritten Quartal 2025 mit seinen 21 Spitälern und medizinischen Zentren den Bruttoumsatz auf 722,6 Millionen Franken, ein Plus von 21,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr; neu einbezogen ist dabei allerdings das Spital Zofingen und die Centro-Medico-Gruppe in Tessin. Das organische Wachstum betrug 3,3 Prozent.
Insgesamt erzielte Aevis Victoria in den ersten neun Monaten 2025 einen konsolidierten Bruttoumsatz von 899,2 Millionen Franken, ein Anstieg von 18,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Nettoumsätze kletterten auf 789,9 Millionen Franken, was einem Plus von 18,1 Prozent entspricht; das bereinigte organische Wachstum betrug 1,5 Prozent.
  • Aevis Victoria investiert in Healthcare, Lifestyle und Infrastruktur.
  • Die wichtigsten Beteiligungen von Aevis Victoria bestehen aus Swiss Medical Network Holding SA (76.3%, direkt und indirekt), der einzigen privaten Klinikgruppe der Schweiz mit Präsenz in allen drei Sprachregionen; aus MRH Switzerland AG, einer Hotelkette mit elf Hotels in der Schweiz und im Ausland; aus Infracore SA (30%, direkt und indirekt), einem auf Spital‐ und Gesundheitsinfrastruktur spezialisierten Unternehmen, aus Swiss Hotel Properties AG, einem auf Hotelinfrastruktur spezialisierten Unternehmen, und sowie aus Nescens SA, einer Marke für Prävention und «better‐aging».
  • Aevis Victoria ist an der SIX Swiss Exchange im Swiss Reporting Standard unter dem Kürzel AEVS.SW kotiert.

  • Swiss Medical Network
  • aevis victoria
Artikel teilen

Loading

Kommentar

Mehr zum Thema

image

Viva Health: Integrierte Versorgung ist harte Überzeugungsarbeit

Das Netzwerk Viva erlebte im ersten Jahr ein starkes Mitglieder-Wachstum – zuletzt aber stagnierten die Zahlen. Fabrice Zumbrunnen, der CEO von Aevis Victoria, hat eine Erklärung.

image

Swiss Medical Network: Oscar Matzinger verstärkt die Geschäftsleitung

Der ETH-Professor und Radio-Onkologe Oscar Matzinger ist neu Direktor für medizinische Angelegenheiten und Koordination.

image

Auch das Spital Zofingen setzt aufs Co-Chefarzt-Modell

Dirk Bulian und Peter Pozgainer leiten ab Oktober gemeinsam die Chirurgie.

image

Weshalb Swiss Medical Network neue Aktionäre sucht

Aevis Victoria öffnet das Aktionariat der Privatklinikgruppe für weitere strategische Partner. Im Interview erklärt CEO Fabrice Zumbrunnen, wie das Viva-Versorgungsmodell schneller wachsen soll – und welche Chancen sich im Gesundheitsmarkt sonst eröffnen.

image

Swiss Medical Network: Hohe Gewinn-Marge im ersten Halbjahr

Die Gesundheitsgruppe erzielte ein zweistelliges Umsatzwachstum: Das organische Plus blieb zwar moderat, aber die Zukäufe trugen erheblich zum Ergebnis bei.

image

Vom Jura bis ins Tessin: CSS erklärt ihren Netzwerk-Ansatz

Ab Anfang 2026 baut die CSS Gesundheitsnetzwerke in den Kantonen Jura, Appenzell und Tessin auf. Weitere Regionen sollen folgen. Im Jura und Tessin gibt es bereits einen Player.

Vom gleichen Autor

image

Städtische Gesundheitsdienste: Neue Vizedirektorin ernannt

Der Stadtrat hat Verena Houben zur neuen stellvertretenden Direktorin der Städtischen Gesundheitsdienste Zürich ernannt. Die Betriebswirtin tritt ihr Amt am 1. Januar 2026 an.

image

Spitalverband H+ übt Kritik an Agenda Grundversorgung

Der Spitalverband H+ beurteilt den Fachbericht zur Agenda Grundversorgung kritisch. Aus Sicht des Verbands werden Spitäler und Kliniken in der Strategie zu wenig berücksichtigt

image

Neubesetzungen im Verwaltungsrat des USB

Das Universitätsspital Basel hat zwei neue Verwaltungsräte: Andreas C. Albrecht und Christoph Jäggi folgen auf Bruno Dallo und Silvia Schenker.