Adullam Spitäler: Solide Nachfrage, finanzielle Gratwanderung

Die Adullam Spitäler blicken auf ein stabiles Jahr mit steigender Patientenzahl zurück. Sorgenkind sind die Pflegezentren.

, 9. April 2025 um 05:12
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Sabine Eglin Buser, CEO der Addullam Stiftung. Bild: zvg
Mit einem leichten Verlust von 46’561 Franken und einer EBITDA-Marge von 7,6 Prozent schliessen die Adullam Spitäler und Pflegezentren das Jahr 2024 ab.
Der EBITDA lag bei 6,04 Millionen Franken. Dank der Auflösung nicht mehr benötigter Rückstellungen aus Vorjahren konnte das Ergebnis auf eine «rote Null» ausgeglichen werden. «Langfristig reicht dieses Resultat jedoch nicht aus, um den steigenden Anforderungen zu genügen», heisst es in einer Medienmitteilung.

Schwankende Auslastung

Insgesamt wurden an den beiden Spitalstandorten in Basel und Riehen 2’739 Patientinnen und Patienten behandelt – das entspricht einem leichten Anstieg der Nachfrage um 1,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Während in der Akutgeriatrie ein Rückgang um 34 Fälle verzeichnet wurde, stieg die Zahl in der Geriatrischen Rehabilitation um 61.
Deutlich schwieriger zeigt sich die Situation in den Pflegezentren: Hier blieb die Nachfrage auch 2024 unter den Erwartungen. Temporäre Aufenthalte sowie Aufnahmen aus anderen Kantonen sind weiterhin möglich.
«Die Schwankungen in der Auslastung stellten unsere Personalplanung vor neue Herausforderungen», heisst es im Jahresbericht. Insbesondere die höhere Volatilität im Jahresverlauf habe mehr Flexibilität verlangt als in den Vorjahren.

Sparmassnahmen

Gleichzeitig kämpft die Stiftung mit den bekannten strukturellen Problemen im Gesundheitswesen: Nicht kostendeckende Tarife, steigende Sachkosten und hohe Lohnerwartungen verschärfen die wirtschaftliche Lage. «Die Schere zwischen Vollkosten und Erträgen öffnet sich weiter», so die Einschätzung der Geschäftsleitung. Als gemeinnützige Stiftung kann Adullam Kostensteigerungen nicht einfach über staatliche Zuschüsse abfedern – stattdessen muss das über Jahre aufgebaute Betriebskapital sorgsam bewahrt werden.
Für das laufende Jahr 2025 sind weitere Sparmassnahmen geplant. Ziel ist es, das finanzielle Gleichgewicht zu stabilisieren, ohne Abstriche bei der Versorgungsqualität hinnehmen zu müssen. «Trotz dem herausfordernden Umfeld, in dem wir uns bewegen, sind wir überzeugt, dass wir unseren Patientinnen und Patienten sowie Bewohnerinnen und Bewohnern weiterhin eine konstant hohe Qualität in der Versorgung anbieten können», sagt Stiftungsratspräsident Beat Stierlin.
Seit Anfang 2025 leitet Sabine Eglin Buser als neue CEO die operative Führung der Stiftung. Sie betont: «Das Adullam wird auch zukünftig der Ort sein, wo ältere Menschen gerne hingehen, weil sie hier professionell, menschlich und ganzheitlich behandelt und betreut werden.»


Jahresbericht 2024

  • Die Adullam-Stiftung ist eine führende Institution für Altersmedizin, Therapie und Pflege in der Nordwestschweiz. Sie betreibt in Basel und Riehen je ein Spital und ein angegliedertes Pflegezentrum.
  • Die rund 800 Mitarbeitenden bieten betagten Menschen eine Rundumversorgung von der Akutmedizin über die Rehabilitation bis zur Übergangs- und Langzeitpflege.

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