Detailhandels-Riese plant grosse Erweiterung seiner Gesundheitszentren

Der US-amerikanische Konzern Walmart kündigt Pläne für die Eröffnung von neuen Gesundheitszentren im nächsten Jahr an. Es ist nicht das einzige Unternehmen, das in grossem Stil im Gesundheitswesen expandiert.

, 3. März 2023 um 07:00
image
Walmart entwickelt sich zu einem wichtigen Akteur in der Grundversorgung. | Walmart
Der US-amerikanische Detailhändler Walmart zeigt einmal mehr, dass er im Gesundheitswesen grosse Pläne verfolgt. Der Einzelhandelsriese will im nächsten Jahr 28 neue Gesundheitszentren eröffnen, und erwartet, bis Ende 2024 mehr als 75 Standorte im ganzen Land zu betreiben.
Mit der Expansion wird Walmart Gesundheitszentren in zwei neuen Bundesstaaten – Arizona und Missouri – eröffnen und gleichzeitig seine Präsenz in Texas ausbauen. Walmart betreibt derzeit bereits Zentren und Kliniken in Texas, Georgia, Florida, Illinois und Arkansas. Das Unternehmen bietet Grundversorgung und je nach Standort auch Laboruntersuchungen, bildgebende Verfahren, zahnärztliche Dienstleistungen oder Telemedizin an.

Integriert Patientendossier von Epic

David Carmouche von Walmart skizziert in einem Blogbeitrag die Expansion. Das Unternehmen werde ehrgeizig, aber vorsichtig vorgehen, heisst es. «Wie wir es von Anfang an getan haben, werden wir weiter in einem verantwortungsvollen Tempo wachsen, um die Communities, in denen wir leben und arbeiten, besser zu versorgen», schreibt der Arzt und bei Walmart zuständig für Omnichannel Care.
Alle neuen Einrichtungen werden sich kaum überraschend neben Walmart-Supermärkten befinden. Denn 90 Prozent der US-Bevölkerung lebt im Umkreis von knapp 16 Kilometer um ein Walmart-Supercenter. Der Detailhandels-Riese will auch das elektronische Patientendossier von Epic in allen seinen Walmart Health-Standorten integrieren. Darüber hinaus sollen die Gesundheitszentren ein neues Aussehen erhalten.

Auch Amazon expandiert

Für Branchenkenner gilt Walmart als eine Art Vorbild für die Migros in der Schweiz. Auch hierzulande entwickelt sich der orange Riese mit seiner Tochtergesellschaft Medbase langsam aber sicher zu einem gewichtigen Akteur in der Grundversorgung. Wahrscheinlich geht damit auch die Hoffnung einher, dass Patienten oder Kunden weitere Produkte kaufen, wenn sie zu Terminen in der Grundversorgung kommen.
Walmart ist jedoch nicht das einzige US-Unternehmen, das in grossem Stil im Gesundheitswesen expandiert. So schloss im vergangenen Monat der Online-Händler Amazon die Übernahme von One Medical im Wert von 3,9 Milliarden Dollar ab. One Medical betreibt medizinische und telemedizinische Grundversorgung. Auch der Pharmahändler CVS Health gab kürzlich bekannt, dass er für 10,6 Milliarden Dollar das Gesundheitsnetzwerk Oak Street Health und für 8 Milliarden Dollar den Care-at-home-Anbieter Signify Health kauft.
  • walmart
  • medbase
  • Walmartisation
  • migros
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Ein Medizin-Imperium aus dem Supermarkt: Kommt das gut?

Die Migros fügt unermüdlich weitere Bausteine zu ihrem Gesundheitsreich hinzu. Ist die Migros-Medizin ein gutes Rezept für die Schweiz?

image

Die Migros kauft die Versandapotheke Zur Rose

Jetzt ist es bestätigt: Die Zur Rose-Gruppe veräussert ihr Schweizer Geschäft an die Migros-Tochter Medbase.

image

Sportmedizin: Diese Spitäler und Praxen erhalten ein «Gütesiegel»

Neu tragen schweizweit über 50 Schweizer sportmedizinische Institutionen ein Swiss-Olympic-Label. Das sind die neuen Labelträger.

image

Medbase breitet sich auch in Basel aus

Die Migros-Tochter Medbase verstärkt ihre Position in beiden Basel. Sie übernimmt Medix Toujours mit ihren 87 Mitarbeitenden.

image

Medbase übernimmt eine weitere Arztpraxis

Die Migros-Tochter kauft das medizinische Zentrum Mediteam Gampelen. Das Team besteht aus rund 30 Gesundheits-Fachpersonen.

image

Migros will Anzahl seiner Psychotherapie-Praxen vervierfachen

Bis in das Jahr 2024 soll die Anzahl der Praxis-Gemeinschaften der Migros-Tochter Wepractice schweizweit auf 40 wachsen.

Vom gleichen Autor

image

Fernüberwachung hat keine Spitaleintritte verhindert

Eine neue Studie zeigt: Das Überwachen von Patienten mit Herzinsuffizienz per Telemonitoring führte weder dazu, dass sie seltener ins Spital mussten, noch verlängerte es ihre Lebensdauer.

image

Ein Warnruf der fünf Universitätsspitäler

Die Universitätsspitäler in der Schweiz sind gemäss eigenen Angaben in ernsthafter finanzieller Gefahr. Die Chefs der fünf Häuser drücken ihre Besorgnis mit Nachdruck und überraschend deutlichen Worten aus.

image

Neuer Chefchirurg für das Neuenburger Spitalnetz

Marc-Olivier Sauvain übernimmt die Leitung der Chirurgie beim Réseau Hospitalier Neuchâtelois.