Tessiner Privatklinik Opfer eines Cyberangriffs

Die IT-Systeme der Klinik Santa Chiara wurden verschlüsselt. Ein Verlust von Gesundheitsdaten ist bis jetzt nicht bekannt.

, 8. März 2023 um 16:19
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Die Klinik Santa Chiara in Locarno. | Clinica Luganese
Die Klinik Santa Chiara in Locarno ist vergangene Woche Opfer eines Cyberangriffs geworden. Die Kriminellen hätten Ransomware eingesetzt. Die Klinik, die zur Gruppe Clinica Luganese (Moncucco) gehört, hat laut eigenen Angaben kein Lösegeld bezahlt.
«Derzeit wissen wir noch nicht genau, welche Daten in die Hände der Cyberkriminellen geraten sind», sagte Gruppenchef Christian Camponovo am Mittwoch der Zeitung «La Regione». Ein grosser Teil der Daten sei verschlüsselt worden und unbrauchbar.
Die Klinik in Lugano hat ihre IT-Systeme isoliert. Eine Spezialfirma ist mit der Suche nach den Ursachen und den Verantwortlichkeiten beauftragt worden. Die Klinik hat Strafanzeige bei der Kantonspolizei eingereicht.
Die Untersuchung werde zeigen, was genau passiert sei und was genau nicht hätte passieren sollen. Zudem werde die Untersuchung die genauen Konsequenzen aufzeigen, sagte der Chef der Clinica Luganese. Der Verlust von Gesundheitsdaten sei aber ausgeschlossen. Er könne aber noch nicht sagen, ob andere Datensätze entwendet wurden. Zudem zeigte er sich zufrieden, dass die Sicherheit und die Kontinuität der Pflegeprozesse gewährleistet werden konnten.
  • Dieser Beitrag ist zuerst auf «Inside IT» erschienen.

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