Das Spitalzentrum Biel-Bienne konnte im Geschäftsjahr 2024 den Nettoverlust reduzieren: Nach einem Minus von 9,3 Millionen Franken im Vorjahr verzeichnete das Unternehmen noch einen Verlust von 1,8 Millionen Franken; dies trotz einer Sonderabschreibung in Höhe von 4 Millionen Franken im Zusammenhang mit dem geplanten Neubau des Spitals in Brügg.
Die Entwicklung auf der Finanzseite ist auch das Ergebnis eines Umsatzwachstums, so die
Mitteilung des Bieler Gesundheitszentrums. Der Betriebsertrag stieg um 6,7 Prozent auf 286 Millionen Franken, während der Betriebsaufwand mit einem Plus von 3,4 Prozent auf 268 Millionen Franken vergleichsweise tiefer zulegte. Die Ebitda-Marge erhöhte sich damit auf 5,4 Prozent – nach 2,4 Prozent im Vorjahr.
Das SZB spricht in ihrer Bilanz von einem «fast ausgeglichenen» finanziellen Gleichgewicht.
Ambulantisierung
Getragen wird dieses Wachstum insbesondere vom ambulanten Sektor, der sich als zentraler Treiber der Entwicklung erweist: Insgesamt wurden am SZB über 150'000 Patienten betreut – 135 603 ambulant und 14 499 stationär. Das entspricht einem Anstieg von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr 2023 (134'000 Patienten).
«Die Zukunft des Gesundheitswesens liegt in der ambulanten Versorgung», heisst es dazu in der Mitteilung weiter. Während die Nachfrage im stationären Bereich weitgehend stabil blieb (+1 %), legte die Zahl der ambulanten Behandlungen um 13,3 Prozent zu (Vorjahr 4,4 Prozent). Das SZB will sich daher gezielt als «Hub» im ambulanten Bereich positionieren.
Bestätigt hat sich auch die positive Entwicklung der Geburtshilfe: Während schweizweit ein Geburtenrückgang festzustellen ist, verzeichnete die Frauenklinik mit einem Plus von 7 Prozent einen deutlichen Ausbau.
Neues Tarifmodell
Auch im Jahr 2025 wird der Fokus auf dem Ausbau der ambulanten Versorgung liegen. Im Rahmen eines Pilotprojekts erprobt das SZB gemeinsam mit dem Kanton und den Versicherern ein neues Tarifmodell. Es basiert auf finanziellen Anreizen und ermöglicht es dem Zentrum, höhere Beiträge zu erhalten, wenn Behandlungen vom stationären in den ambulanten Bereich verlagert werden.