Spital Wallis hat gespart – und trotzdem rund 8 Millionen Defizit gemacht

Das Spital Wallis hängt weiterhin am Tropf des Kantons: Die Sparmassnahmen zeigen zwar Wirkung, aber nur ein bisschen.

, 11. Juni 2025 um 13:19
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So soll das Spital Brig nach Abschluss der Bauarbeiten aussehen. | PD
Ganz ohne Wirkung sind die Sparmassnahmen im Spital Wallis nicht geblieben. Doch sie bleibt bescheiden: Das Spital konnte seine Ebitdar-Marge von 2,5 auf 3,4 Prozent steigern. Und statt 11,3 Millionen beträgt das Defizit nunmehr noch 7,9 Millionen Franken.
Doch eigentlich würde der Kanton Wallis eine Ebitdar-Marge von 7 Prozent und eine ausgeglichene Rechnung von seinen Spitälern erwarten. Derzeit muss er sie aber erheblich unterstützen. Allein für die ungeplanten höheren Baukosten bei den Ausbauten in Brig und in Sitten rechnen die Verantwortlichen mit einem Zusatzbetrag «im hohen zweistelligen Millionenbereich». Das Spital Wallis wird auch in den kommenden Jahren auf umfangreiche finanzielle Unterstützung des Kantons angewiesen sein.

Die Sparmassnahmen

Mit etlichen Sparmassnahmen hat das Spital letztes Jahr versucht, Gegensteuer zu geben: Es hat Betten geschlossen, die Abläufe im Operationssaal, im Labor und in der Radiologie verbessert, weniger externe temporäre Personen angestellt, die Aufenthaltsdauer der Patienten gesenkt, intern Personal transferiert, die Preise im Restaurant und fürs Parkieren erhöht, Einkaufskonditionen verbessert, Verbräuche gesenkt, weniger Post auf Papier versendet, unnötige Computer-Programme abgebaut, Kleinanschaffungen priorisiert, Tarife neu verhandelt und Erträge optimiert, wie das Spital aufzählt.

Personalkosten stark gestiegen

Gegenüber dem Vorjahr haben die Kosten um 3,2 Prozent zugenommen, was unter den Wachstumsraten der Vorjahre liegt. Für die Zunahme verantwortlich seien hauptsächlich die Personalkosten. Diese stiegen um 4,3 Prozent; und zwar unter anderem wegen des gewährten Teuerungsausgleichs, der neuen Zusammensetzung von Pflegeteams aus Personen mit verschiedenen Fähigkeiten und Bildungsabschlüssen, der weiteren Umsetzung der Pflegeinitiative und dadurch auch der höheren Mitarbeiterzahl.
Markant tiefer ist mit 0,9 Prozent die Zunahme der Sachkosten. Einige davon seien sogar unter dem Vorjahreswert geblieben, wie zum Beispiel die Kosten für Lebensmittel, Unterhalt und Reparaturen sowie bei Kleininvestitionen.

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