Zur Rose und Migros rücken näher zusammen

Die Versandapotheke Zur Rose und die Migros-Tochterfirma Medbase haben eine strategische Kooperation beschlossen und wollen künftig gemeinsam Gesundheitsprodukte anbieten.

, 11. Juli 2017 um 07:30
image
  • apotheken
  • zur rose
  • medbase
  • medikamente
Vor wenigen Tagen eröffnete die Apothekengruppe Zur Rose die erste Shop-in-Shop-Apotheke in einer Migros-Filiale. Der rund 50 Quadratmeter grosse Laden an der Berner Marktgasse ist ein Pilot-Projekt des Grossverteilers - und Ausgangspunkt für die weitere Expansion. Das Potenzial wird auf rund 50 Apotheken geschätzt. 
Nun folgt bereits nächste Schritt in der Annäherung der beiden Unternehmen. Zur Rose und die Migros-Tochter Medbase geben bekannt, dass sie im Rahmen einer strategischen Kooperation ihre «medizinischen und pharmazeutischen Kompetenzen vereinigen». 

Online-Plattform für medizinische Themen

Künftig beliefert Zur Rose alle Medbase-Zentren exklusiv mit Arzneimitteln, wie die Unternehmen in einer Mitteilung schreiben. «Die beiden Partner entwickeln für ihre Patienten durch Kombination ihrer medizinischen und pharmazeutischen Kompetenzen ein integriertes Modell, das eine Verbesserung der Versorgung ermöglicht», heisst es.
Neben gemeinsamen Dienstleistungen und Angeboten wollen die Unternehmen eine Online-Plattform lancieren, auf der Beiträge zu medizinischen und therapeutischen Themen publiziert werden sollen. Abgestimmt auf diese Inhalte werden Gesundheitsprodukte angeboten, die über den Online-Shop von Zur Rose bezogen werden können. 

Medbase mit fast 1'000 Mitarbeitenden

Die Migros setzt damit ihren Vorstoss fort, im Gesundheitsbereich zu einer wichtigen Akteurin zu werden. Sie schlug in jüngster Zeit ein hohes Tempo an und übernahm unter anderem die Santémed-Gesundheitszentren und das Checkup Center in Zürich. 
Das Angebot von Medbase umfasst die ambulante Grundversorgung, Spezialarztmedizin und Therapieleistungen. Die Gruppe betreut nach eigenen Angaben rund 450'000 Patienten mit 1,8 Millionen Konsultationen pro Jahr. Der Gesundheitsdienstleister ist an 47 Standorten präsent und beschäftigt gegen 1'000 Mitarbeitende. 
Die Ärztegrossistin und Online-Apotheke Zur Rose ist eine Tochtergesellschaft der Schweizer Zur Rose Gruppe. Seit dem 6. Juli 2017 werden ihre Aktien an der Schweizer Börse gehandelt.

  • Zur Medienmitteilung «Strategische Kooperation von Zur Rose und Medbase»

Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image
Gastbeitrag von Enea Martinelli

Wir verlieren wichtige Medikamente – für immer

Dass es bei Heilmitteln zu Lieferengpässen kommt, ist bekannt. Doch das Problem ist viel ernster. Zwei Beispiele.

image

Bristol Myers Squibb: Neue Medizinische Direktorin

Carmen Lilla folgt auf Eveline Trachsel, die in die Geschäftsleitung von Swissmedic wechselte.

image

Ozempic und Wegovy: Boom in den Fake-Apotheken

In den letzten Monaten flogen hunderte Anbieter auf, die gefälschte Abnehm- und Diabetesmittel verkauften.

image

Schwindel-Medikament könnte bei tödlicher Krankheit helfen

Forschende des Inselspitals und der Uni Bern entdeckten das Potenzial eines altbewährten Medikaments gegen die seltene Niemann-Pick Typ C Krankheit.

image

Polymedikation: Grosse Unterschiede zwischen den Heimen

Rund 50’000 Menschen erhalten in den Schweizer Pflegeheimen mehr als 9 Wirkstoffe pro Woche.

image

Neuer Lonza-Chef kommt vom kleinen Hersteller Siegfried

Der neue Chef von Lonza heisst Wolfgang Wienand. Er löst den Interims-Chef Albert Baehny ab.

Vom gleichen Autor

image

Pflege: Zu wenig Zeit für Patienten, zu viele Überstunden

Eine Umfrage des Pflegeberufsverbands SBK legt Schwachpunkte im Pflegealltag offen, die auch Risiken für die Patientensicherheit bergen.

image

Spital Frutigen: Personeller Aderlass in der Gynäkologie

Gleich zwei leitende Gynäkologen verlassen nach kurzer Zeit das Spital.

image

Spitalfinanzierung erhält gute Noten

Der Bundesrat zieht eine positive Bilanz der neuen Spitalfinanzierung. «Ein paar Schwachstellen» hat er dennoch ausgemacht.