Wollen Sie ein wissenschaftliches Paper veröffentlichen? Hier gibt es Tipps dazu

Die Chefs zweier renommierter Kardiologie-Publikationen erläutern, auf welche Punkte es ankommt.

, 10. August 2015 um 12:31
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  • kardiologie
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Wie muss ein wissenschaftliches Paper sein, um in einem renommierten Fachmagazin angenommen zu werden? Eine interessante Form der Anwort kommt nun aus dem Haus des «British Medical Journal» BMJ. Denn zwei der dort leitenden Redakteure haben dazu einen Youtube-Film veröffentlicht: In einem kleinen Gesprächsbeitrag richten sie Tipps an interessierte Forscher und Autoren.
Es sind dies zum einen Catherine Otto, die Chefredaktorin von «Heart»; gegründet 1939, ist es das offizielle Organ der British Cardiovascular Society und eines der drei wichtigsten Herzforschungs-Journals in Europa. Und zum anderen Pascal Meier, der Chef von «Open Heart», also dem ebenfalls zur BMJ-Gruppe gehörenden Online-Publikationsmedium für kardiologische Themen. 


Beide Publikationen bieten ihrer an Kardiologie interessierten Leserschaft sowohl Besprechungen als auch wissenschaftliche und fachjournalistische Beiträge. Und im Youtube-Gespräch äussern sowohl Catherine Otto als auch Pascal Meier ein erhebliches Interesse an Meta-Analysen und systematischen Übersichts-Beiträgen.
Als konkrete Tipps, um ein Paper publiziert zu bekommen, nennen die Editors in Chief:

  • Machen Sie gleich eingangs die Hypothese klar.
  • Stellen Sie sicher, dass die Arbeit methodologisch robust und statistisch präzise ist. Übrigens biete das Redaktionsteam von «Heart» hier auch Unterstützung an.
  • Von Vorteil sei auch eine gute Illustration, welche den Lesern dabei hilft, die Daten nachzuvollziehen, so Pascal Meier von «Open Heart». 
  • Das Schlusswort beziehungsweise die abschliessende Diskussion müsse den Zusammenhang zwischen zwei Variablen aufzeigen, betonen die Publizisten: Eine einfache Ursache-Wirkungs-Vermutung genüge nicht – man benötige schon eine randomisierte Studie, welche die Beziehungen zwischen den Variablen aufzeigen könne.

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