Wie soll ein Spital sein? Gut, gross, wohnortnah

Im Kanton Zürich mass die Gesundheitsdirektion, wo der Schuh drücken könnte und welche Wünsche die Bevölkerung hat. Fazit: Die Zufriedenheit mit der medizinischen Versorgung ist meist sehr hoch.

, 22. Juni 2016, 10:47
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Wie zufrieden sind die Zürcherinnen und Zürcher mit der Gesundheitsversorgung im Kanton? Dies untersucht die Gesundheitsdirektion jährlich mit einer Umfrage. Im November 2015 hat das Institut Link dafür rund 1‘600 Personen interviewt. Zusammen mit den Ergebnissen früherer Befragungen entsteht ein Bild über die Wahrnehmung der Gesundheitsversorgung seit 2003.
Die grundsätzliche Zufriedenheit der Bevölkerung mit der Gesundheitsversorgung im Kanton Zürich so hoch wie noch nie seit Erhebungsbeginn. Dies betrifft sowohl die Art und Weise, wie die Spitäler funktionieren, als auch die Verfügbarkeit der medizinischen Dienstleistungen sowie die Gesundheitsversorgung insgesamt. Letztere wurde einzig im Jahr 2012 noch leicht besser bewertet.
Auch mit Blick auf die Zukunft fühlen sich die Befragten durch die Gesundheitsversorgung gut abgesichert. 
Zur Mitteilung: «Hohe Zufriedenheit mit der Gesundheitsversorgung im Kanton trotz veränderter Bedürfnisse», Juni 2016.
Etwas ambivalent sind die Resultate zur ärztlichen Versorgung. Weniger Leute sagen aus, dass es im Kanton Zürich genügend Ärzte gibt. Auch geben immer weniger Personen an, einen persönlichen Hausarzt zu haben. Aber zugleich werden die Hausärzte und Spezialisten als besser erreichbar beurteilt. 
Ein Paradox? Nicht unbedingt. Wahrscheinlich spielen die (immer häufigeren) Gruppenpraxen hier hinein. Und wichtiger ist es heute eben, dass man flexibel zum Arzt kann – während unwichtiger wird, einen persönlichen Hausarzt aufzusuchen. 
Sehr zufrieden sind die Befragten auch mit der Qualität der Spitäler. Allerdings stagniert die Zufriedenheit mit der Spitalbehandlung etwas: Bei den Befragten, die in den letzten zwölf Monaten im Spital waren, liegen die Noten heute auf vergleichbarem Niveau wie andere Indikatoren – und nicht mehr darüber.
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Doch nach welchen Kriterien erfolgt die Wahl des Spitals? Danach befragt, verweisen die Leute am häufigsten auf die Qualität des Spitals. Danach kommen die Empfehlung des Arztes und der Standort des Spitals als wichtige Kriterien.
Bei tatsächlichen Spitalaufenthalten allerdings war der Standort des Spitals der wesentlich wichtigere Aspekt Es zeigt sich also, wie wichtig es geblieben ist, dass man sich wohnortsnah behandeln lassen kann.
Die Grösse des Spitals spielt im Vergleich zu den erwähnten Kriterien bei der hypothetischen Spitalwahl eine untergeordnete Rolle, genauso die Empfehlung von Freunden und der Preis. Die Zürcher Befragung zeigt jedoch, dass bei der tatsächlichen Wahl des Spitals die Grösse tendenziell eine wichtigere Rolle einnimmt.
Positiv entwickelt sich auch die Wahrnehmung der Langzeitpflege. Sowohl Alters- und Pflegeheime, als auch Spitex-Organisationen werden punkto Qualität und Verfügbarkeit besser beurteilen als in den Vorjahren.
Allerdings: Im Vergleich zu den Spitälern liegen die Beurteilungen immer noch auf tieferem Niveau. 
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