Universität Zürich will mehr Ärzte ausbilden

Doch es fehlt an klinischen Ausbildungsplätzen. Rektor Hengartner wünscht, dass sich andere Kantonsspitäler und Privatkliniken hier verstärkt engagieren.

, 22. April 2016, 07:49
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Die Medizin-Ausbildung war eines der Hauptthemen an der gestrigen Jahres-Pressekonferenz der Universität Zürich. Rektor Michael Hengartner bestätigte, die Zahl der Medizin-Studienplätze nochmals erhöhen wolle – um eine Zahl im zweistelligen Bereich.
Die genauen Zahlen sollen bis im Sommer bekannt werden. Derzeit diskutiere das Rektorat mit dem Regierungsrat Szenarien, so Hengartner laut dem «Tages-Anzeiger» und der «Aargauer Zeitung» (Print).

Waid, Triemli, Hirslanden

Ein Problem bildet dabei die klinische Ausbildung: Das Universitätsspital Zürich kann nicht noch mehr Studenten aufnehmen. Künftig müssten sich also weitere Spitäler in der Lehre engagieren, wobei auch die Privatkliniken hier einen verstärkten Beitrag leisten könnten.
Konkret nannte Hengartner die Zürcher Stadtspitäler Waid und Triemli sowie auf der anderen Seite die Klinik Hirslanden. Er sei aber auch offen für eine Zusammenarbeit mit anderen Kantonsspitälern wie jenen von Luzern und St. Gallen.
Im Hintergrund steht, dass die Kantonsregierungen sowohl von St. Gallen als auch Luzern prüfen, eigene Medizin-Studiengänge einzuführen (mehr dazu auch hier); Ähnliches gilt auch für Freiburg.

Vorbild London

Uni-Rektor Hengartner sichtet hier insgesamt «eine Entwicklung von Netzwerken in der Schweiz». Er verglich die Schweiz dabei mit London: Dort gebe es einen Klinikverbund mit sechs Millionen Patienten, so der Rektor laut dem «Tages-Anzeiger»: Für die Forscher sei das ein sehr attraktives Modell.
An der Universität Zürich gab es im letzten Jahr 3’077 Studierende im Medizinbereich. Diese Zahl war in den vergangenen fünf Jahren um 20 Prozent gewachsen.
Universität Zürich: Mitteilungen zum Jahresbericht 2015, April 2016Präsentationsunterlagen zur Rede von Rektor Michael Hengartner. 
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