Wegen Abtreibungsverbot: Jetzt greift die Klinikleitung ein

In Deutschland wollte ein Gynäkologie-Chefarzt in seiner Abteilung keine Abtreibungen mehr durchführen. Jetzt hat ihn die oberste Führung zurückgepfiffen.

, 9. Februar 2017, 10:32
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Der Fall sorgt derzeit in Deutschland für Schlagzeilen: Der Chefarzt der Elbe-Jeetzel-Klinik lehnt Abtreibungen aus Glaubensgründen ab – klinikübergreifend. Der Spitaldirektor hat den Entscheid bislang mitgetragen. 
Nun hat sich die Capio-Konzernleitung eingeschaltet. Das Ziel der obersten Führung: einen Kompromiss zu erzielen. Schwangerschaftsabbrüche sollten durch andere Ärzte vorgenommen werden. 
Doch dem kann Thomas Börner, so der Name des Chefarztes der Geburtshilfe an der Klinik, nicht zustimmen. «Ich muss zu meiner Meinung stehen und gegebenenfalls die Konsequenzen tragen», sagte er gegenüber dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Zur Frage und Diskussion, ob ein Chefarzt Abtreibungen verhindern darf: Beitrag auf «Doc Check News».

Chefarzt und Klinikdirektor verlassen Klinik

«Persönliche Entscheidungen akzeptieren wir. Aber Abteilungsorganisation ist nun mal Trägerhoheit», sagte Martin Reitz, der Geschäftsführer des Mutterkonzerns zu epd. Börner dürfe seine Meinung nicht anderen Ärzten aufzwingen.
Der schwedische Capio-Konzern verweist dabei auf den «weltanschaulich neutralen und konfessionsübergreifenden» Charakter seiner Spitäler. Bestehe der Chefarzt auf seiner Weisung, werde man sich im Zweifel trennen. 
Inzwischen ist bekannt geworden, dass Thomas Börner die Klinik auf eigenen Wunsch verlassen habe. Dies berichtet die «Elbe-Jeetzel Zeitung». Auch Spitaldirektor Markus Fröhling kehre nach einer Freistellung nicht mehr auf seinen Posten zurück. Er hatte die Entscheidung des Chefarztes der Gynäkologie unterstützt. 
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