Swiss Technology Award: Mehrere Medtech-Firmen im Rennen

Gleich mehrere Schweizer Firmen der Medizinindustrie haben sich fürs Finale des bedeutendsten Technologiepreises der Schweiz qualifiziert – darunter ein Spinout der Universitätsklinik Basel.

, 28. Oktober 2015, 11:05
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Der Swiss Technology Award gilt als bedeutendster Technologiepreis im Land. Er kürt die besten Innovationen und Entwicklungen von Schweizer Firmen, Hoch- und Fachhochschulen, Universitäten und weiteren Institutionen.
Dieses Jahr haben es gleich fünf Medtech-Firmen ins Finale geschafft, wie es in einer Mitteilung heisst. Die 16-köpfige Jury unter der Leitung des ehemaligen Sulzer-Managers Fritz Fahrni wählt am 19. November 2015 die Gewinner – im Rahmen des 10. Swiss Innovation Forum. 
Die Finalisten aus dem Medtech-Bereich:

  • Kategorie «Start-up»: Mininavident. Das 3D-Navigationssystem von Mininavident verspricht die Zahn-Implantation einfacher, sicherer, schneller und kostengünstiger zu machen. Ein extrem miniaturisierte Kamerasystem wird direkt auf den Zahnarztbohrer aufgesetzt und ermöglicht die genaue Identifikation der Implantatposition. Mininavident aus Basel ist ein Spinout der Universitätsklinik Basel und der Fachhochschule Nordwest Schweiz FHNW.
  • Kategorie «Innovation Leader»: Sensile MedicalDie Firma aus Hägendorf (SO) verfügt über eine Technologie-Plattform und entwickelt Hightech-Mikropumpen für die Dosierung medizinischer Wirkstoffe in flüssiger Form. Die Geräte sollen eine bessere Therapie zu gleichen oder geringeren Kosten ermöglichen.
  • Kategorie «Innovation Leader»: Dectris. Die digitalen Röntgendetektoren der Firma Dectris aus Baden (AG) machen die Farbinformationen der Röntgenstrahlung nutzbar. Dabei soll die rauschfreie und hocheffiziente Messtechnologie schon bei geringer Röntgendosis präzise Aufnahmen liefern. Radiologen und Patienten können von dieser neuartigen Bildgebungstechnologie auf eine bessere Diagnostik bei reduzierter Dosis hoffen.
  • Kategorie «Inventors»: 1nfusion. Weltweit werden in Spitälern täglich Infusionspumpen eingesetzt, um Medikamentenabgabe an Patienten zu kontrollieren. Durch die fehlende Sensorik sind die heutigen Infusionssysteme jedoch langsam und unzuverlässig in der Fehlerdetektion. Mit seiner Sensorintegration will die Firma 1nfusion aus Zürich Abhilfe schaffen. 
  • Kategorie «Inventors»: TheranOptics. TheranOptics aus Lausanne bietet eine Technologie für die Diagnose von chronischen Wunden und will die Wundversorgung verbessern. Die Grundlage für die Überwachung der Wundheilung liefert die Faseroptik Sensortechnik. 

Ein Bündel von Chancen für den Markteintritt

Preisträger des Swiss Technology Awards erhalten professionelle Unterstützung in Marketing und Kommunikation sowie die Möglichkeit zu einem Auftritt an einer internationalen Messe.
In den vergangenen Jahren wurden über 2'200 Projekte für den Award eingereicht, rund 400 Finalisten wurden ausgezeichnet und 70 Prozent von ihnen haben den Weg auf den Markt geschafft und sich etabliert, heisst es. 
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