Stadt Bern verkauft ihr letztes Altersheim

Die Stiftung Siloah kauft ein grosses Altersheim im Grünen: Der Stadt Bern ist das Heim in Kühlewil zu teuer geworden. Der Kaufpreis: 12 Millionen Franken.

, 1. Dezember 2021, 06:27
image
  • pflege
  • kanton bern
  • siloah
Nur noch ein einziges Altersheim betreibt die Stadt Bern selber. Und ausgerechnet dieses liegt nicht einmal auf eigenem Boden, sondern ausserhalb der Stadt im Grünen. Nun verkauft sie es an die Gümliger Stiftung Siloah.

Wenig Stadtbewohner

Aus zwei Gründen: Die Stadtberner Betagten bleiben lieber in ihren Quartieren wohnen. Nur noch ein Viertel der rund 150 Plätze in Kühlewil wird von Stadtbewohnern belegt. Ausserdem war der Betrieb für die Stadt ein Verlustgeschäft. Insbesondere die anstehende Renovation des Heims für 20 Millionen Franken wollte die Stadt nicht selber bezahlen.
«Als Einzelheim hat es kaum eine Zukunftsperspektive», befand die Stadtregierung. Nachdem nun auch die Stimmberechtigten zugestimmt haben, verkauft die Stadt die Heimliegenschaften für 12 Millionen Franken.

Gleiche Konditionen für Mitarbeiter

Künftig wird die Stadt noch mit 20 Prozent an der neuen Aktiengesellschaft Kühlewil beteiligt sein. Die Mitarbeiter sollten unter dem Verkauf nicht zu leiden haben. Ihnen wird nicht nur der heutige Lohn, sondern auch das Pensionsalter und die Rentenhöhe garantiert, und sie bleiben in der Personalvorsorgekasse der Stadt Bern versichert. Die Stiftung Siloah muss ausserdem einen Firmen-GAV einführen.
Im Vergleich mit bestehenden kantonalen Gesamtarbeitsverträgen im Bereich Spitäler und Langzeitpflege bietet das Personalreglement der Siloah-Gruppe laut den Stadtbehörden gleichwertige oder gar leicht bessere Arbeitsbedingungen. Der einzige Nachteil: Es gibt eine 42-Stunden-Woche statt einer 40-Stunden-Woche. Dafür bietet die Siloah-Gruppe mehr Kompensationstage für die Umkleidezeit sowie höhere freiwillige Betreuungszulagen für Kinder.

Siloah-Chirurgie gehört SMN

Die Stiftung Siloah betreibt in Gümligen Altersmedizin und Langzeitpflege. Seine Chirurgie-Abteilung hat das Siloah-Spital vor drei Jahren an die Privatklinikgruppe SMN verkauft.
Artikel teilen

Loading

Comment

Home Delivery
2 x pro Woche. Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

«Wir arbeiten mit immer weniger Personal und müssen immer mehr einspringen»

Fast ein Jahr nach der Annahme der Pflegeinitiative verschlechtere sich die Situation im Gesundheitswesen rasant, sagen Pflegende. Sie wollen nun erneut ein Zeichen setzen.

image

Ehemalige Reusspark-Direktorin hat einen neuen Job

Alexandra Heilbronner-Haas übernimmt die Geschäftsführung des Branchenverbandes Odasanté.

image

Psychiatrie: Lange Wartelisten und Ärzte, die an ihre Grenzen stossen

Im Kanton Bern mangelt es an Psychiatern – sogar Suizidgefährdete müssen monatelang auf eine Behandlung warten. Immer häufiger springen Hausärzte ein. Nun will der Kanton handeln.

image

Limmattal: Pflegezentrum eröffnet früher als geplant

Am kommenden Wochenende weiht der Spitalverband Limmattal sein neues Pflegezentrum ein. Die Feier hätte erst in einem halben Jahr stattfinden sollen.

image

MiGeL: Entfernungsmittel für Pflaster sind nice to have

Wann sind Pflegehilfsmittel medizinisch notwendig und wann sind sie «nice to have»? Laut BAG sind Pflasterentfernungsmittel «nice to have» - ausser bei ganz spezifischen Patientengruppen.

image

MiGeL: BAG erwartet keine Finanzierungslücken

Gemäss dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) kann die Erweiterung der Mittel- und Gegenständeliste (MiGeL) fristgerecht auf den 1. Oktober 2022 umgesetzt werden. Finanzierungslücken seien nicht zu erwarten.

Vom gleichen Autor

image

Privatspitäler beklagen sich über «13. Monatsprämie»

Neuste Zahlen zeigen: Die Kantone subventionieren ihre öffentlichen Spitäler mit 350 Franken pro Kopf und Jahr.

image

Spital kann Genesene nicht entlassen

Das Freiburger Spital ist am Anschlag. 40 Patienten belegen Betten, die sie eigentlich nicht mehr bräuchten.

image

Hirslanden plant Spitalneubau in Aarau

In fünf Jahren soll die neue Hirslanden-Klinik Aarau fertig sein. Der Neubau kommt auf dem Parkplatz zwischen Klinik und Kernareal zu stehen.