Spitalpersonal infiziert sich mit unbekannter Lungenkrankheit

In China haben sich laut offiziellen Angaben 15 Spitalmitarbeitende mit dem mysteriösen Virus angesteckt.

, 21. Januar 2020, 09:34
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Derzeit hält ein neuartiges Coronavirus das Reich der Mitte in Schach. Dabei scheint nun auch eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung möglich zu sein. In der zentralchinesischen Millionenmetropole Wuhan hat die Gesundheitskommission jetzt eine Infektion bei mindestens 15 Spitalmitarbeitenden bestätigt.
Bislang wurde angenommen, dass der Virus nicht von Mensch zu Mensch springt. Die Behörden in China melden inzwischen über 500 Fälle. Das Alter der Patienten reiche von 30 bis 79 Jahren. Mehrere Personen stehen unter Beobachtung.

Erste Todesopfer bestätigt

Bis anhin sind zudem 17 Personen an den Folgen der durch das Virus ausgelösten Lungen-Erkrankung gestorben. Es ist aber unklar, ob allein das Virus tödlich war oder die (eher älteren) Todesopfer durch andere Krankheiten bereits geschwächt waren. 
Das Virus soll sich allerdings schnell ausbreiten. Neben den Erkrankten in Wuhan sind Fälle in anderen chinesischen Grossstädten von offizieller Seite bestätigt worden. Die Zahl der Infizierten könnte aber viel höher sein. Auch in Japan, Südkorea und Thailand sind laut Medienberichten aktuelle Fälle publik geworden.

Mit Sars-Epidemie vergleichbar?

Die Vorfälle in China lassen Erinnerung an Sars (Severe Acute Respiratory Syndrome) wach werden. Denn das neue rätselhafte Virus stammt aus der Erregerfamilie, zu der auch der tödliche Sars-Erreger gehört. 
Zwischen November 2002 und Juli 2003 hatten sich in mehreren Ländern mehr als 8'000 Personen infiziert. Insgesamt gab es in diesem Zusammenhang weltweit über 700 Todesfälle. Bis jetzt spricht die Datenlage jedoch eher dagegen, dass das neue und mysteriöse Coronavirus gleich gefährlich ist wie der Sars-Erreger.

BAG berät mit Spitälern

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat inzwischen ihren Notfallausschuss einberufen. Am Mittwoch berät die WHO, ob der internationale Gesundheitsnotstand ausgerufen werden soll. In der Schweiz bespricht sich das Bundesamt für Gesundheit (BAG) in solchen Situationen mit Spitälern, wie man mit allfälligen Verdachtsfällen umgehen soll. 
Der Ausgangspunkt für die Ausbreitung in China soll ein inzwischen geschlossener Grossmarkt für Meeresfrüchte und Wildtiere in Wuhan sein. Infizierte leiden unter Fieber, Atemproblemen und anderen Krankheitssymptomen. Wie bei den meisten Erregern dürften aber viele Betroffene keine oder nur milde Symptome entwickeln – und damit ihre Infektion gar nicht bemerken. Es gibt aber auch stark erkrankte Personen mit schweren Verläufen. 

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