Spitalgruppe Basel: Es wird sehr eng

Nach der SP stellt sich auch die FDP gegen die Zusammenlegung von USB und KSBL. In der jetzigen Form erscheint das Projekt recht chancenlos.

, 4. Oktober 2017 um 09:21
image
  • basel
  • baselland
  • spital
  • spitalgruppe
Nicht nur die Linken aus der Stadt, sondern auch die Bürgerlichen vom Land melden ernsthafte Vorbehalte an gegen die geplante Zusammenlegung des Unispitals Basel mit dem Kantonsspital Baselland. Eher überraschend wandte sich nun auch die FDP des Landkantons gegen das Projekt.
«Die FDP Baselland steht diesem Vorhaben sehr kritisch gegenüber», so die Partei. Die erwarteten Kostenersparnisse von 70 Millionen Franken seien eher tief – diesen Betrag sollten die Spitaldirektionen ja auch ohne Fusion hinkriegen können. Insgesamt erscheine also der eindeutige und eher radikale Weg einer totalen Zusammenlegung nicht zwingend. «Alternativen für die Entwicklung des KSBL fehlen uns, zum Beispiel jene der Privatisierung», erklärte FDP-Landrat Sven Inäbnit der «Basellandschaftlichen Zeitung». Er erwarte nun einen Marschhalt.

Privatisierung unbedingt – Privatisierung keinesfalls

Dass es eng wird, zeigt ein Überblick: Die Kritik der Parteien und Interessenverbände überwiegt schwer. «Egal ob Privatspitäler-Vereinigung, Basler SP, LDP, Basta oder auch der Seniorenverband Graue Panther: vor allem die geplante Fusion von USB und KSBL wird skeptisch beurteilt, zum Teil sogar direkt abgelehnt»: So ein Fazit der «BZ Baselland. Allerdings: Immerhin weitgehend positiv äusserten sich die SVP des Kantons Baselland und die Grünen beider Kantonsteile.
Die seitens der FDP und auch der CVP erhobene Forderung, eine Privatisierung zu prüfen, weckt natürlich umgehend den Widerspruch auf der anderen Seite. Die SP hat klargestellt, dass sie dann jegliche Vorlage bekämpfen würde.
Zusammengefasst heisst das: In der jetzigen Form würde das Projekt vermutlich in beiden Parlamenten durchfallen. Die Regierungen werden noch in diversen Punkten diversen Seiten entgegenkommen müssen.

  • Siehe auch: «BS/BL: Unerwartet viel Kritik an geplanter Spitalfusion», Beitrag Radio SRF.

Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image
Gastbeitrag von Ronald Alder

Kürzere Arbeitszeiten sind auch nicht die Lösung

Die Politik sieht das Gesundheitswesen unterm Kostenröhrenblick, die Gewerkschaften haben den Arbeitszeitenröhrenblick. Und so werden die wahren Probleme übersehen.

image

Hochspezialisierte Medizin: Warnschuss aus dem Thurgau

Die Kantonsregierung prüft den Austritt aus der Interkantonalen HSM-Vereinbarung. Und sie vermeldet den Unmut weiterer Kantone.

image

Klinik Hirslanden: Philippe Diserens neu im Management

Der Gesundheitsökonom übernimmt die Leitung des Performance Management.

image

Behandlungsrekord am Kantonsspital Baden

Mehr stationäre Patienten, eine Zunahme der ambulanten Konsultationen, weniger Notfälle – und mehr Benefits für die Angestellten.

image

KSGL: «Wir wollen üsärs Spital retten!»

Die Personalkommission des KSGL stellt sich hinter ihr Spital und kritisiert das Vorgehen des SBK.

image

Gewalt im Spital: Es betrifft nicht nur den Notfall

Und die Lage ist am Wochenende keineswegs besonders kritisch. Eine grosse Datenauswertung in den USA setzt neue Akzente.

Vom gleichen Autor

image

Kantone haben die Hausaufgaben gemacht - aber es fehlt an der Finanzierung

Palliative Care löst nicht alle Probleme im Gesundheitswesen: … Palliative Care kann jedoch ein Hebel sein.

image

Brust-Zentrum Zürich geht an belgische Investment-Holding

Kennen Sie Affidea? Der Healthcare-Konzern expandiert rasant. Jetzt auch in der Deutschschweiz. Mit 320 Zentren in 15 Ländern beschäftigt er über 7000 Ärzte.

image

Wer will bei den Helios-Kliniken einsteigen?

Der deutsche Healthcare-Konzern Fresenius sucht offenbar Interessenten für den Privatspital-Riesen Helios.