So geht es mit der Notfallstation in Tafers weiter

Das Freiburger Spital (HFR) wandelt am Standort Tafers die Notfallstation nun in eine Permanence um. In den kommenden Monaten soll es soweit sein.

, 31. Mai 2021 um 09:11
image
  • spital
  • tafers
  • freiburger spital
Der Verwaltungsrat des Hôpital Fribourgeois (HFR) hat beschlossen, auf die Wiedereröffnung der 24-Stunden-Notaufnahme in Tafers zu verzichten. Die derzeitige Notfallstation soll schrittweise in eine Permanence umgewandelt werden, wie das Spital am Montag mitteilt. 
Der Plan, einen durchgehenden Notfallbetrieb am Standort Tafers zu realisieren, erwies sich trotz längeren Abklärungen und intensiven Bemühungen als nicht umsetzbar, heisst es. Weiterhin fehlen gemäss Spital die dafür notwendigen spezialisierten Ärzte.

Schliessung der Aktumedizin drohte

Im vergangenen Jahr haben Abgänge bei den Kaderärzten zu einer steigenden Belastung des verbleibenden ärztlichen Personals in Tafers geführt, wie das Spital schreibt. Die geplante Wiedereinführung einer durchgehenden Notaufnahme erzeugte dem HFR zufolge zusätzlichen Druck. Dadurch spitzte sich die Personalsituation derart zu, dass sogar eine Schliessung der Akutmedizin drohte.
Mit dem Entscheid, die Notfallstation in eine Permanence umzuwandeln, trage das Spital «zu Sicherung und Stabilisierung des gesamten Standortes» bei und eröffne Perspektiven für die Zukunft, wird Interims-Standortleiter Gian Melcher in der Mitteilung zitiert. Tafers wird künftig eine stationäre Versorgung in Altersmedizin, medizinische Grundversorgung und Rehabilitation mit 60 Spitalbetten, ein ambulantes Zentrum und eben eine Permanence betreiben. 

Neuer Chefarzt für die Innere Medizin 

Gleichzeitig gibt das Freiburger Spital die Ernennung von Reiner Goebels als Chefarzt für Innere Medizin in Tafers bekannt. Er folgt auf Jürgen Bohlender, der das Spital verlassen hat. Goebels ist Facharzt Innere Medizin und Kardiologie und hat seine fachärztliche Aus- und Weiterbildung vorwiegend an der Universitätsklinik in Aachen absolviert. Zuletzt war er während neun Jahren als Chefarzt Innere Medizin an der Eifelklinik St. Brigida in Simmerath, einem Spital mit rund 500 Mitarbeitenden tätig. Goebels werde die Stelle im Juli antreten und diese vorerst bis Ende 2021 besetzen, «dies aber mit dem beidseits formulierten Ziel einer längerfristigen Anstellung.»
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Nun müssen Spitäler besser werden

Erstmals haben die Spitäler und Krankenkassen einen Vertrag über die Qualität ihrer Arbeit abgeschlossen.

image

Die Insel ist das schnellste Spital der Schweiz

Zum 9. Mal verteidigte die Insel ihren Titel, die fittesten Angestellten zu haben: Sie gewann die Firmentrophy am Berner Stadtlauf.

image

Studie: Hohe Burnoutgefahr bei Notärzten

Knapp 60 Prozent weisen mindestens ein Burnout-Kriterium auf, über 10 Prozent hatten bereits Suizidgedanken.

image

Die Luks-Gruppe sucht einen neuen CEO

Benno Fuchs geht Ende März 2025 in Frühpension.

image

Landesspital Liechtenstein: Weniger ambulante und stationäre Patienten

Damit rutschte ein weiteres Akutspital 2023 in die roten Zahlen.

image

LUKS Gruppe: «Optimierung aller Arbeitsprozesse»

Das Jahresergebnis des Zentralschweizer Spitalkonzerns lag 2023 über dem Branchenschnitt.

Vom gleichen Autor

image

Arzthaftung: Bundesgericht weist Millionenklage einer Patientin ab

Bei einer Patientin traten nach einer Darmspiegelung unerwartet schwere Komplikationen auf. Das Bundesgericht stellt nun klar: Die Ärztin aus dem Kanton Aargau kann sich auf die «hypothetische Einwilligung» der Patientin berufen.

image

Studie zeigt geringen Einfluss von Wettbewerb auf chirurgische Ergebnisse

Neue Studie aus den USA wirft Fragen auf: Wettbewerb allein garantiert keine besseren Operationsergebnisse.

image

Warum im Medizinstudium viel Empathie verloren geht

Während der Ausbildung nimmt das Einfühlungsvermögen von angehenden Ärztinnen und Ärzten tendenziell ab: Das besagt eine neue Studie.