Lindenhof-Direktor im PUK-Spitalrat: Nicht alle freuen sich darüber

Die Verselbständigung der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich (PUK) scheint unter Dach und Fach zu sein. Anlass zur Diskussion gaben im Kantonsrat vor allem zwei Fragen.

, 12. September 2017, 07:57
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Die Psychiatrische Universitätsklinik Zürich (PUK) dürfte per Anfang Jahr in die Selbständigkeit entlassen werden. Dies hat eine klare Mehrheit des Kantonsrats am Montag entschieden. Die Schlussabstimmung zum neuen Gesetz folgt in ein paar Wochen.
Misstöne gab es allerdings bei der Wahl zum neuen, siebenköpfigen Spitalrat. Die linke Seite bemängelte, dass bei der Auswahl der Kandidierenden zu stark auf Management Wert gelegt worden sei.

«Kompetenz in Pflege oder Personal fehlen»

Die meisten Kandidaten seien in der Privatwirtschaft tätig gewesen. «Man kann eine PUK aber nicht wie eine gewinnorientierte Firma führen», sagte Andreas Daurù zur «Limmattaler Zeitung», selber gelernter Psychiatriepfleger. Ihm fehlten bei der Auswahl Kompetenzen in Pflege oder Personal.
Einen Antrag auf Nichtwahl gab es für den Kandidaten Guido Speck, Chef der Privatspitäler Lindenhof in Bern. Er habe beim Hearing in der vorbereitenden Kommission leider nicht überzeugt, begründete Kathy Steiner den Antrag.

«Guido Speck hat nicht überzeugt»

Speck sei nicht gut vorbereitet gewesen und habe die Wichtigkeit des Hearings offenbar unterschätzt. Nähere Angaben machte Steiner wegen des Kommissionsgeheimnisses allerdings nicht. 
Speck wurde schliesslich mit 54 Gegenstimmen gewählt. Die Wahl aller Mitglieder des Spitalrats muss zudem neu vom Parlament genehmigt werden, ebenso wie die Eigentümerstrategie. 

Baurecht auf Dritte nur in Ausnahmefällen

Zur Diskussion hat ferner die Frage gesorgt, ob der Klinik die Immobilien im Baurecht übertragen werden sollen.
Das Zürcher Unispital (USZ) sei seit Jahren selbständig, einzig beim Immobilienmanagement hätten sich Probleme ergeben, hiess es laut einem Bericht in der «NZZ». Mit dem Baurechtsmodell habe man dies nun aber korrigiert. Bei der PUK wolle man gleich verfahren. Das Gesetz solle analog sein zu jenem für das USZ.
Die Psychiatrische Universitätsklinik darf zudem nur in Ausnahmefällen ein Baurecht auf Dritte übertragen. Darüber hinaus endet das Baurecht vorzeitig bei Grundstücken, welche die Klinik nicht mehr für die Erfüllung ihres gesetzlichen Auftrags benötigt.
Die Zusammensetzung des Spitalrates:
  • Renzo Simoni (Präsident)
  • Doris Albisser
  • Markus Braun
  • Martin Hatzinger
  • Barbara Rigassi
  • Regula Ruflin
  • Guido Speck
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