Praktikum statt Numerus Clausus

Gesundheitspolitikerin Ruth Humbel fordert, dass angehende Medizinstudenten ein Praktikum absolvieren müssen – Dauer bis zu einem Jahr. Eine Hoffnung dabei: Auch das Pflegepersonal könnte auf diese Weise entlastet werden.

, 21. Juni 2015 um 19:09
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Ruth Humbel möchte den Numerus clausus beim Medizinstudium ersetzen – durch ein Praktikum. Der Eignungstest für die Zulassung müsse verbessert werden, argumentiert die CVP-Nationalrätin in einer Motion.
«Aus Fachkreisen wird der ‹Chrüzlitest› zunehmend kritisiert», schreibt Humbel in ihrer Motion, die von der «Schweiz am Sonntag» (Print) zitiert wird. Der Test sei nur noch eine Übungsfrage, mit ihm lasse sich nur noch bedingt eruieren, ob sich ein junger Mensch für den Arztberuf eignet. 
Rund um die Prüfung habe sich eine Trainings-Industrie entwickelt, so Humbels Erfahrung: «Im letzten Jahr sollen sogar Originalfragen beübt worden sein, was zu einer Verfälschung des Prüfungsresultates geführt hat.»

Mehr Sozialkompetenz, weniger Wissensfragen

Die Idee: Der Eignungstest fürs Medizinstudium sei verstärkt auf die Praxis auszurichten; dabei sollten Sozialkompetenz sowie praktische Fähigkeiten eines angehenden Arztes getestet werden, so die Aargauer Politikerin gegenüber der «Schweiz am Sonntag». 
Mit einem Praktikum in einer Gesundheitsinstitution bekämen künftige Medizinstudenten einen vertiefen Einblick in die Grundversorgung. Was den Nebeneffekt hätte, dass motivierte Praktikanten das Pflegepersonal entlasten könnten. «Die Dauer des Praktikums könnte bis zu einem Jahr betragen», sagte Humbel in der Zeitung. Dabei müssten Kompetenzen und Leistungen beurteilt werden. Wer das Praktikum bestehe, solle dann Zugang zum Medizinstudium erhalten.

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