Nur so wenig dürften die Prämien nächstes Jahr steigen

Die Krankenkassenprämien steigen 2022 wohl nochmals deutlich weniger als die Gesundheitskosten. Zu diesem Schluss kommt der Krankenkassenexperte Felix Schneuwly.

, 10. Juni 2021 um 06:00
image
  • gesundheitskosten
  • spital
  • ärzte
Im laufenden und im nächsten Jahren wird das Kostenwachstum der medizinischen Leistungen um die zwei bis drei Prozent klettern. Dies prognostiziert der Online-Vergleichsdienst Comparis.
Als Hauptursachen für diesen im Vergleich zu früheren Jahren etwas gedämpften Kostenanstieg sieht Felix Schneuwly von Comparis folgende Faktoren: 
  • Die 2012 eingeführte Spitalfinanzierung,
  • den zunehmenden Anteil der Grundversicherten mit alternativen Versicherungsmodellen,
  • die Medikamentenpreissenkungen und
  • den begrenzten Anteil an den Kosten der Alterspflege.
Der Krankenkassenexperte rechnet für das Jahr 2022 mit einem Anstieg der Grundversicherungsprämien von weniger als ein Prozent. Dies, weil die Versicherer mehr der insgesamt über elf Milliarden Franken Reserven abbauen dürfen als bisher. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) kann nämlich durch eine Verordnungsänderung nun zu tiefe Prämien bewilligen.

«Eher höhere Bürokratiekosten als Kostendämpfung»

Welche Auswirkung die vielen weiteren laufenden gesundheitspolitischen Reformen haben, sei dagegen noch nicht absehbar, fügt der Krankenkassenprofi hinzu. Er befürchtet eher höhere Bürokratiekosten als eine weitere Dämpfung des Anstiegs der Kosten für die versicherten medizinischen Leistungen.
Felix Schneuwly erklärt ferner, dass pandemiebedingte Effekte die Prognose erschweren würden. Denn das veränderte Angebots- und Nachfrageverhalten sowie die unterschiedlich verzögerte Rechnungsstellung der Leistungsbringer bringe Unruhe in die Kostenstatistik.
Darüber hinaus müsse der Effekt der leeren Arztpraxen und Spitäler im Frühling 2020 wegen Corona auf den Gesundheitszustand der Bevölkerung und auf die medizinische Versorgung wie Long-Covid noch genauer untersucht werden, so der Comparis-Krankenversicherungsexperte.
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Regionalspital Surselva: Schneearmer Winter

Das Spital in Ilanz betreute im letzten Jahr weniger stationäre und ambulante Patienten. Dies trug zum Verlust bei.

image

USB: Rechtsstreit abgewendet, 300 Millionen bewilligt

Über ein Millionen-Darlehen ans Unispital war ein Streit zwischen dem Kanton und den Basler Privatspitälern entflammt.

image

Das Spital Uster kehrt in die Gewinnzone zurück

Eine Fusion mit dem angeschlagenen Nachbarspital Wetzikon stehe nun nicht mehr zur Diskussion.

image

Neue Direktorin für das Spital Nidwalden

Ursina Pajarola ist ab Oktober die Direktorin des Spitals Nidwalden. Sie leitet derzeit noch eine Altersresidenz.

image

Deshalb bauten die Stararchitekten das neue Kispi

Seid ihr noch bei Trost, fragte sich ein SVP-Politiker beim Anblick des neuen Kinderspitals Zürich. Es gibt aber Gründe für den exklusiven Bau.

image

Sogar das Spital Schwyz schreibt nun rote Zahlen

Es ist das erste Mal seit acht Jahren: Das bisher rentable Spital Schwyz hat 2023 Verlust gemacht.

Vom gleichen Autor

image

Arzthaftung: Bundesgericht weist Millionenklage einer Patientin ab

Bei einer Patientin traten nach einer Darmspiegelung unerwartet schwere Komplikationen auf. Das Bundesgericht stellt nun klar: Die Ärztin aus dem Kanton Aargau kann sich auf die «hypothetische Einwilligung» der Patientin berufen.

image

Studie zeigt geringen Einfluss von Wettbewerb auf chirurgische Ergebnisse

Neue Studie aus den USA wirft Fragen auf: Wettbewerb allein garantiert keine besseren Operationsergebnisse.

image

Warum im Medizinstudium viel Empathie verloren geht

Während der Ausbildung nimmt das Einfühlungsvermögen von angehenden Ärztinnen und Ärzten tendenziell ab: Das besagt eine neue Studie.