Pflege will bei Corona-Krise mitreden

Corona-Pandemie: Profis aus der Pflege fordern die sofortige Einsitznahme in die Führungs- und Beratungsgremien des Bundes.

, 5. November 2020, 10:10
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Pflegefachleute sollen in die Bewältigung der Krise einbezogen werden. Dies beansprucht der Verein «Für eine Stärkung der Pflege», gegründet von Barbara Dätwyler sowie den ehemaligen Nationalräten Franco Cavalli, Rudolf Joder und Jean-François Steiert.
Die Pflegenden sind in den obersten Führungs- und Beratungsgremien des Bundes für die Bewältigung der aktuellen Pandemie nicht vertreten, wie Dätwyler, Cavalli, Joder und Steiert bemängeln. Dies, obwohl Pflegepersonen rund 80 Prozent des Arbeitsaufwandes für die Betreuung der Corona-Patienten und den Schutz der hochgefährdeten Personen erbrächten.

Müssten an vorderster Stelle zwingend präsent sein

Die Co-Präsidenten haben dem Bundesrat nun einen Brief geschrieben. Darin verlangt der Verein die sofortige Einsitznahme der Pflegenden in den entsprechenden Gremien. Die Organisation habe die Unterstützung von verschiedenen prominenten Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur und Sport, heisst es.
«Es ist dringend notwendig, dass die Pflegenden bei der Beurteilung der Versorgungssituation der erkrankten und stark gefährdeten Personen an vorderster Stelle zwingend präsent sind», steht im Brief zu lesen. 

Personelle Ausfälle vermeiden

Die Pflegenden seien in der Lage, sehr wichtige Beiträge zu leisten betreffend Organisation und pflegerischen Massnahmen im Rahmen der Behandlungsprozesse.
Dazu kämen Schutzvorkehrungen und die Organisation der Arbeitsbedingungen zwecks Vermeidung personeller Ausfälle in Folge Überlastung oder Ansteckungen, heisst es weiter. 
Der Verein «Für eine Stärkung der Pflege» verlangt vom Bundesrat jetzt deshalb «ein rasches Handeln». 
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