Organspende: «Herz in der Box» kann Leben retten

Ein neues Gerät sorgt dafür, dass das Herz vom Spender bis zum Empfänger weiterschlägt. Damit steigt die Haltbarkeit von Spenderherzen, und deren Verfügbarkeit könnte sich markant verbessern.

, 24. September 2015, 10:11
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Wenn ein Mensch stirbt, der sein Herz zur Transplantation freigegeben hat, bleibt nur ein Zeitfenster von vier bis sechs Stunden bis zur Transplantation. So lange kann ein Organ gekühlt aufbewahrt und in einem neuen Körper verlässlich wieder in Betrieb gesetzt werden. Dieser Zeitraum gilt seit Jahrzehnten als Standard. 
Ein neues Gerät sorgt nun dafür, dass das Blut von der Entnahme bis zur Einsetzung durch das Organ fliesst. Damit kann es nicht nur viel länger haltbar gemacht, auch die Verfügbarkeit von Spenderherzen könnte verbessert werden. Das von der US-Firma Transmedics hergestellte Gerät wird unter anderem am Medical Center der Universität Washington getestet. Laut Jason Smith, Herzchirurg und Transplantationsspezialist des Zentrums, wurden in Europa versuche mit einer Dauer von 11 Stunden erfolgreich durchgeführt. «Das Herz schlägt den ganzen Weg vom Spender bis zum Empfänger», sagt Smith.

So schlägt das Herz in der Box:


  • Studie «International Expand Heart Pivotal Trial» - Transmedics

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