Operations-Schmerzen: Weniger schlimm als erwartet

Offenbar überschätzen die meisten Patienten die Schmerzen, die sie am Ende der Anästhesie erwarten – und zwar deutlich.

, 30. Oktober 2017, 16:21
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Wer eine Operation vor sich hat, fürchtet sich meistens auch davor, dass ihn danach furchtbare Schmerzen plagen werden. Solchen Erwartungen ging jetzt eine Gruppe von Anästhesisten des Thomas-Jefferson-Unispitals in Philadelphia nach. In einer kleinen Studie fragten sie die Patienten vor dem Eingriff, mit was sie rechneten – und massen dann nach dem Eingriff, wie die Menschen ihre Schmerzen auch wirklich empfanden.


In Zahlen: Auf einer Skala von eins bis zehn lag der Mittelwert der erwarteten Schmerzen bei 4,66. Fragte man die Patienten dann aber eine Stunde nach der Operation, wie sie ihre Schmerzen konkret einstufen würden, so lag das Durchschnittsergebnis bloss noch bei 2,56.
Befragt wurden 233 Patienten, die sich einem Eingriff mit lokaler Betäubung unterziehen mussten. Ein ganz ähnliches Verhältnis zeigte sich in der längerfristigen Betrachtung: Die Patienten stellten sich für den ersten Tag nach der Operation auf einen Wert von 5,45 ein – und kreuzten dann im Durchschnitt an, dass sie ein Schmerz-Niveau von 4,30 hätten.

Blind Spot Erwartungsmanagement

Kurz: Die Menschen neigten in ihrer grossen Mehrheit dazu, sich auf Schlimmeres gefasst zu machen, als dann eintrat. In ihrer Studie kommen die Mediziner denn auch abschliessend zur Einsicht, dass hier Nachholbedarf bestehe: Der Graben zwischen Erwartung und Realität sei wichtig, «da sich zeigt, welche negative Wirkung es auf die Erwartungen und auf die Ergebnisse hat, wenn die Patienten ungenügend informiert sind».
Und jedenfalls liege die Vermutung nahe, dass die Ärzte und Spitäler einen eher schlechten Job machen, wenn es um die Schmerzerwartungen geht. 
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