OpenTrials: Das Google für die klinische Forschung

Oder eher ein Wikipedia? Die neue Site OpenTrials will global alle Informationen über medizinische Versuche versammeln.

, 13. Oktober 2016, 12:00
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Seit gestern läuft der Versuch: OpenTrials wurde in der Beta-Version lanciert. Die neue Site versteht sich quasi als Suchmaschine – oder vielleicht als globales Lexikon – zum Thema klinische Forschung: Alle nur denkbaren und verfügbaren Informationen aus und über laufende, geplante und vergangene Studien sollen hier gesammelt werden. 
Ob publizierte Arbeiten, Pressecommuniqués, Patientenformulare oder Presseberichte über klinische Tests – alles soll hier leicht auffindbar sein, offen für das gesamte Publikum.

Wer will, kann selber Daten einreichen

Lanciert wurde OpenTrials von zwei britischen Organisationen, die aus der Medizinforschung in Cambridge respektive Oxford entstanden waren und mehr Transparenz im Bereich der klinischen Versuche schaffen wollen. Leiter ist Ben Goldacre, ein Arzt, der sich als Kritiker der medizinischen Forschungswelt in Grossbritannien profiliert hat.
Speziell an OpenTrials ist auch, dass es sich zugleich auch als Aufruf versteht: Wer will, kann Daten, Informationen, Berichte aus und über medizinischen Versuchen einreichen.
«Wir hoffen, dass unsere Datenbank dazu führt, dass weniger Engagement verschwendet wird, weil die nötigen Informationen über klinische Versuche fehlten oder schwer zu finden waren», erläutern die Macher von OpenTrials in einem Communiqué (mehr dazu hier). 

Erklärfilm von OpenTrials:


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