Mit welchen Patienten sollen die Studenten denn üben?

Wenn tatsächlich deutlich mehr Medizinstudenten ausgebildet werden sollen, benötigt die Schweiz auch mehr klinische Ausbildungplätze. Hier droht ein Engpass.

, 19. Oktober 2015, 08:00
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  • ausbildung
  • politik
Es braucht mehr Mediziner, also mehr Medizinstudenten, also mehr Geld, also mehr Studienplätze – und vielleicht auch kreative Brücken- und Kooperationslösungen der Hochschulen: Dies ein Tenor in der gesundheitspolitischen Debatte der letzten Wochen. Und eine Sichtweise, in der sich viele einig waren.
Ein interessantes Detail thematisiert nun aber die «Aargauer Zeitung»: Es braucht auch mehr klinische Ausbildungsplätze. 
Die praktische Arbeit im Spital sei das «Nadelöhr» des Studiums, zitiert das Blatt die Patientenschützerin und (jetzt abgewählte) GLP-Nationalrätin Margrit Kessler. «Man kann nur eine begrenzte Zahl Studenten auf Patienten loslassen.» 

Engpass bei Leichen

Auch Antonio Loprieno, der für das Staatssekretariat für Bildung SBFI einen Bericht zur Ausbildung in Humanmedizin erarbeitet hat, sieht hier ein Problem: Es sei wenig sinnvoll, überall neue Strukturen aufzubauen, vielmehr brauche es eine Koordination zwischen den Spitälern. «Die klinische Ausbildung kann ausgebaut werden, ohne eigens dafür neue Fakultäten aufzubauen», so Loprieno.
Doch ein Problem bildet dabei offenbar die immer kürzere Aufenthaltsdauer der Patienten im Spital. Hinzu kommt auch ein Engpass bei Leichen – vor allem spürbar im Bereich der chirurgischen Übungen. Ansonsten schlägt Jürg Hodler vom Universitätsspital Zürich vor, dass auch kleinere Spitäler in die Ausbildung einbezogen werden. Nur so könnten die Engpässe im klinischen Bereich angegangen werden.
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