Coronavirus: Massentests bei der ABB

Der Industriekonzern ABB testet mehrere hundert Angestellte auf das Coronavirus. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hält das für «keine gute Idee».

, 31. März 2020, 07:17
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Das Unternehmen ABB führt auf eigene Regie Tests auf das Coronavirus (Sars Cov-2) bei Angestellten durch. Dies meldet der «Tages-Anzeiger» am Dienstag. Im Artikel ist die Rede von «Massentests» bei «mehreren hundert» Mitarbeitenden, auch bei Angestellten ohne Symptome. Eine Zahl der bereits Getesteten will der Konzern gegenüber der Zeitung nicht nennen.
In der Schweiz werde bei konkreten Symptomen getestet, um so bei Verdachtsfällen rasch Klarheit schaffen zu können und die Mitarbeitenden zu schützen und zu unterstützen, schreibt der Technologie-Konzern in einer Stellungnahme zur Grossaktion.

Auf Konfrontation mit den Behörden

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) kritisiert diese Massnahme als «keine gute Idee» und «wenig sinnvoll». Daniel Koch vom BAG verweist auf die Inkubationszeit bei Covid-19 von bis zu zwei Wochen. Die Richtlinien des Bundes schränken Tests auf Erkrankte mit schweren Symptomen, auf Risikopatienten sowie auf Teile des Gesundheitspersonals ein.
ABB ist das erste Unternehmen in der Schweiz, bei dem solche Massentests bekannt werden. Bereits die Anwaltskanzlei Bär und Karrer liess Mitarbeitende vorsorglich auf das Coronavirus testen. In der Schweiz ist immer wieder die Rede von begrenzten Testmöglichkeiten. Die Zahl der bisher durchgeführten Tests belaufen sich insgesamt auf ungefähr 116'700, davon fiel das Resultat bei 13 Prozent positiv aus.
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