Uni Basel: Tiefere Sterberate dank Procalcitonin

Das Augenmerk auf Procalcitonin-Werte verhilft zu einem effizienteren Antibiotika-Management bei Infektionen der Atemwege. Dies berichten Forschende von Universität Basel und Kantonsspital Aarau (KSA).

, 17. Oktober 2017, 09:02
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Anhand des körpereigenen Biomarkers Procalcitonin können Mediziner feststellen, ob es sich um eine bakterielle Entzündung handelt und der Einsatz von Antibiotika überhaupt sinnvoll ist. Das führt zu kürzeren Antibiotikatherapien, weniger Nebenwirkungen und tieferen Sterberaten.
Zu diesem Ergebnis kommen Forschende von Universität Basel und Kantonsspital Aarau (KSA). Erzielt wurde eine Reduktion der relativen Mortalität nach 30 Tagen von 14 Prozent. Ebenso nahmen Nebenwirkungen der Antibiotika um 25 Prozent ab, wie die Uni Basel mitteilt.

Gegen Resistenzbildung

Für die Arbeit wurden Daten von mehr als 6’700 Patienten aus zwölf Ländern neu ausgewertet. Die Ergebnisse haben die Forscher um Philipp Schütz, Professor an der Uni Basel und Leitender Arzt Medizinische Universitätsklinik KSA, jetzt in der Fachzeitschrift «The Lancet Infectious Diseases» veröffentlicht.
«Diese Resultate machen auch Hoffnung, dass dem weltweiten Trend der Antibiotika-Resistenzbildung entgegengewirkt werden kann», kommentiert Schütz die Studie.
Schuetz et al. «Effect of procalcitonin-guided antibiotic treatment on mortality in acute respiratory infections: a patient level meta-analysis», in: «The Lancet Infectious Diseases», Oktober 2017.
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