Krebsliga möchte mehr Geld für betreuende Angehörige

Seit Anfang Jahr erhalten Angestellte, die Angehörige betreuen, bis zu zehn Tage Urlaub pro Jahr. Damit sei das Problem aber nicht gelöst, sagt die Krebsliga.

, 1. November 2021, 09:08
image
  • krebsliga
  • pflege
Man könnte meinen, das Problem sei nun gelöst: Denn seit Anfang Jahr können Angestellte, die Angehörige pflegen, kurzfristig drei Tage am Stück frei nehmen und so pro Jahr bis zu zehn Tage bezahlten Urlaub für diese Arbeit erhalten. Ausserdem gibt es seit Juli auch einen Langzeiturlaub von höchstens 14 Wochen für Eltern mit schwer kranken oder verunfallten Kindern.
Doch für die Krebsliga ist das nicht genug. Denn: Nicht alle betreuenden Angehörigen sind erwerbstätig. Zudem fehlen für die Krebsliga zwei wichtige Massnahmen:
  • Die Anerkennung unentgeltlicher Arbeit durch die Sozialversicherungen, da diese Arbeit häufig auf Kosten der Altersvorsorge der betreuenden Angehörigen geht.
  • Ein Langzeiturlaub für betreuende Angehörige, die sich um erwachsene Personen kümmern.
Alle Vorstösse im Parlament in diese Richtung seien aus finanziellen Gründen gescheitert. Dies obwohl das Engagement von Angehörigen, die Erwachsene ganz auf ihre eigenen Kosten betreuen, Milliarden von Franken für Gesundheitsleistungen und Betreuungseinrichtungen spare, kritisiert die Krebsliga.

Klar definierter Status für betreuende Angehörige

Die Interessengemeinschaft Angehörigenbetreuung (IGAB), der die Krebsliga angehört, fordert deshalb einen klar definierten Status für betreuende Angehörige. Das gibt es bereits in Belgien: Betreuende Angehörige haben dort Anspruch auf bestimmte Leistungen, unter anderem Entlastungsangebote und Sozialleistungen. Der Bundesrat soll nun gemeinsam mit den Vereinigungen betreuender Angehöriger einen solchen Status für betreuende Angehörige definieren.
Artikel teilen

Loading

Comment

Home Delivery
2 x pro Woche. Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Alterswohnsitz Bürgerspital pflegt Senioren für einen «Augenblick»

Die Ortsbürgergemeinde St.Gallen integriert eine Tages- und Nachtbetreuung in das bestehende Angebot. Es soll Angehörige entlasten – doch wer bezahlt?

image

«Wir arbeiten mit immer weniger Personal und müssen immer mehr einspringen»

Fast ein Jahr nach der Annahme der Pflegeinitiative verschlechtere sich die Situation im Gesundheitswesen rasant, sagen Pflegende. Sie wollen nun erneut ein Zeichen setzen.

image

Ehemalige Reusspark-Direktorin hat einen neuen Job

Alexandra Heilbronner-Haas übernimmt die Geschäftsführung des Branchenverbandes Odasanté.

image

Limmattal: Pflegezentrum eröffnet früher als geplant

Am kommenden Wochenende weiht der Spitalverband Limmattal sein neues Pflegezentrum ein. Die Feier hätte erst in einem halben Jahr stattfinden sollen.

image

MiGeL: Entfernungsmittel für Pflaster sind nice to have

Wann sind Pflegehilfsmittel medizinisch notwendig und wann sind sie «nice to have»? Laut BAG sind Pflasterentfernungsmittel «nice to have» - ausser bei ganz spezifischen Patientengruppen.

image

MiGeL: BAG erwartet keine Finanzierungslücken

Gemäss dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) kann die Erweiterung der Mittel- und Gegenständeliste (MiGeL) fristgerecht auf den 1. Oktober 2022 umgesetzt werden. Finanzierungslücken seien nicht zu erwarten.

Vom gleichen Autor

image

Private wollen die Zürcher Kantonsapotheke übernehmen

Grosse Überraschung in der Zürcher Apothekenlandschaft: Private wollen die zum Verkauf stehende Kantonsapotheke übernehmen.

image

Schon wieder Hoffnung auf neues Alzheimer-Medikament

Vor drei Monaten gab Biogen sein Alzheimer-Medikament Aducanumab auf. Nun steht schon das nächste auf der Startliste: Lecanemab.

image

Eine App übersetzt Beipackzettel auf Ukrainisch

Ukrainische Geflüchtete können sich die Beipackzettel von Medikamenten in ihre Sprache übersetzen lassen – mit dem Smartphone.