Kanton Zug streicht Beiträge zur Pflege-Ausbildung

Bislang waren 430'000 Franken für die Ausbildung an Spitex- und Pflege-Institutionen geflossen.

, 26. August 2016, 04:00
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Es wirkt ein bisschen gegenläufig. Während die Politiker landauf, landab nach kreativen Lösungen (und auch finanziellen Zustupf-Möglichkeiten) suchen, um die Ausbildung in den Gesundheitsberufen zu fördern, sagt der Zuger Kantonsrat jetzt Njet. 
Gestern beschloss er, die Unterstützung für Gesundheitsausbildungen in der Höhe von 430'000 Franken zu streichen. Die Parlamentsmehrheit fand, es sei ungerecht, wenn nicht alle Lernenden gleich behandelt würden, berichtet das Regionaljournal von Radio SRF: Die Metzgereibranche erhalte schliesslich auch keine Beiträge.

«Sinnvoller als aufwändige Ausbildungsverpflichtungen»

Ursprünglich hatte die Regierung den Beitrag sogar noch erhöhen wollen. Konkret ging es darum, Beiträge an Institutionen der Spitex, der Langzeitpflege und an Heime auszuzahlen und so den Anreiz zu schaffen, Ausbildungsplätze anzubieten. Diese Methode sei «weit sinnvoller, als aufwändige Ausbildungsverpflichtungen, wie sie verschiedene andere Kantone kennen», argumentierte der zuständige Regierungsrat Martin Pfister – aber erfolglos.
Der Widerstand entstand primär in Reihen von FDP, SVP und teils auch CVP. 
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