Kanton Zürich fördert Spitex

Im Kanton Zürich sollen ältere Menschen künftig wenn immer möglich zu Hause gepflegt werden. Der Bedarf an zusätzlichen stationären Pflegebetten ist damit gering.

, 5. April 2016, 09:22
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Das Schweizerische Gesundheitsobservatorium (Obsan) hat die Nachfrage nach stationären Pflegeplätzen für den Kanton Zürich prognostiziert. Bis zum Jahr 2035 wird mit einem «moderaten» Anstieg von heute 18'000 auf 21'000 gerechnet. Dies unter der Annahme, dass besonders Personen mit nur leichtem Pflegebedarf zukünftig vermehrt ambulant betreut werden können.

Stationäre durch ambulante Leistungen ersetzen

Der Kanton Zürich weist heute im nationalen Vergleich eine hohe Alters- und Pflegeheim-Quote auf: Von 100 Zürcherinnen und Zürchern über 80 Jahre leben heute 18 in einem Alters- und Pflegeheim. Das sind 8 Prozent mehr als im Schweizer Durchschnitt.
Dafür gibt es laut Mitteilung der Zürcher Gesundheitsdirektion zwei Gründe: 

  • Erstens wohnen viele Zürcherinnen und Zürcher ohne oder mit nur leichtem Pflegebedarf in einem Alters- und Pflegeheim.
  • Zweitens werden im Kanton Zürich weniger Spitexleistungen pro Kopf als im nationalen Vergleich erbracht. 

Die Gesundheitsdirektion schliesst daraus, dass durch den Ausbau der Spitex vermehrt stationäre durch ambulante Leistungen ersetzt werden können. Konkret soll künftig rund ein Drittel der Bewohner in den Alters- und Pflegeheimen mehrheitlich ambulant durch die Spitex gepflegt werden.  

Angehörige entlasten

Gemäss Studie soll jedoch nicht nur das Spitex-Angebot gefördert werden. Auch pflegende Angehörige sollen unterstützt und entlastet werden. Dies wäre im Interesse der Bevölkerung und könnte zudem den Anstieg der Pflegekosten bremsen, heisst es.


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