Jeder dritte Patient lügt beim Arztbesuch

33 Prozent der Patienten haben in den vergangenen 12 Monaten dem Arzt nicht die Wahrheit gesagt. Dies zeigt eine deutsche Umfrage. Sie zeigt auch, wobei die Patienten schummeln.

, 19. Januar 2018 um 16:37
image
  • ärzte
  • praxis
Sind sie beim Arzt, nehmen es viele Patienten mit der Wahrheit nicht so genau. In Deutschland schummeln 33,1 Prozent der Patienten. Am meisten gelogen wird in Bezug auf die Ernährung und das Körpergewicht. Dies zeigt eine aktuelle Umfrage von YouGov in Zusammenarbeit mit Statista. Befragt wurden 369 erwachsene Personen.  
6 Prozent der Befragten gaben dem Arzt fälschlicherweise an, regelmässig Früchte und Gemüse zu essen. Ebensoviele haben schon einmal beim eigenen Körpergewicht gelogen und ein zu tiefes Gewicht angegeben. 5,4 Prozent sagen nicht die ganze Wahrheit bei der Medikamenteneinnahme. Bei der Zahnpflege ist die Ehrlichkeit grösser: Nur 4 Prozent sagten hier nicht die Wahrheit. 

Körpergewicht zu tief

Befragte, die beim Arzt folgende Unwahrheiten erzählt haben: Ich habe...
  • ...angegeben, regelmässig Obst und Gemüse zu essen (6,2 Prozent).
  • ...ein geringeres Gewicht angegeben (6,0 Prozent).
  • ...kleinere Unwahrheiten in Bezug auf eine angeordnete Medikamenteneinnahme angegeben (5,4 Prozent).
  • ...angegeben, regelmässig Sport zu treiben (5,2 Prozent).
  • ...angegeben, keinen oder kaum Alkohol zu trinken (5,2 Prozent).
  • ...angegeben, kaum zu rauchen oder mit Rauchen aufgehört zu haben (4,9 Prozent).
  • ...angegeben, ausreichend zu schlafen (4,7 Prozent).
  • ...Schmerzen stärker dargestellt als sie tatsächlich waren (4,6 Prozent).
  • ...angegeben, kaum Süssigkeiten oder Fastfood zu essen (4,5 Prozent).
  • ...angegeben, regelmässig Zahnseide zu benutzen (4,3 Prozent).
Patienten schämen sich
Entweder wollen die Patienten kränker wirken oder gesünder. Die meisten gaben als Grund für die Unwahrheiten Scham an. 36 Prozent sagen, dass ihnen die Wahrheit unangenehm gewesen sei. An zweiter Stelle folgte der Wunsch, durch die Lügen gesünder zu wirken. In 11 Prozent der Fälle belügen sie ihren Arzt, um krankgeschrieben zu werden.
Artikel teilen

Loading

Comment

Mehr zum Thema

image

Arzt sein mit Sinn – das ist Medbase.

Der ärztliche Beruf verändert sich – und mit ihm die Erwartungen. Viele Ärztinnen und Ärzte suchen heute mehr als nur eine Anstellung: Sie suchen Wirksamkeit, Gestaltungsspielraum und ein Umfeld, das ihre Werte teilt.

image

Für die Zweitmeinung zu Dr. KI? Kein Problem.

Die meisten Menschen können sich vorstellen, medizinischen Rat bei einem Chatbot zu holen. Und eine klare Mehrheit findet, dass die Ärzte KI-Unterstützung haben sollten. Dies besagt eine Erhebung in Deutschland.

image

Hoher Blutdruck? Setzt auf die Apotheker!

Eine Metastudie ging der Frage nach, welche medizinischen Fachleute die nachhaltigste Verbesserung bei Hypertonie-Patienten erreichen.

image

Verurteilt, Zulassung gestrichen – aber immer noch Arzt in Freiburg

Der Fall eines verurteilten Arztes zeigt die Lücken im System auf: Informationen zwischen den Kantonen gehen verloren – und sie gelangen nicht über die Landesgrenzen.

image

«Als Arzt nach Deutschland – warum nicht?»

Für Schweizer Assistenzärzte kann die Arbeit an einem deutschen Krankenhaus interessant sein. Die Nachfrage steige, sagt Martin Werner von DocsGoSwiss im Kurzinterview.

image

Zwei neue Ärztinnen in Hasliberg

Ab 1. Mai 2025 verstärken Dr. med. Stefanie Zahner-Ulrich und Dr. med. (SRB) Sonja Krcum Cvitic das Team der Rehaklinik Hasliberg. Mit ihren fundierten Erfahrungen in Allgemeiner Innerer Medizin bzw. Physikalische Medizin und Rehabilitation erweitern sie gezielt die medizinische Kompetenz der Klinik

Vom gleichen Autor

image

Pflege: Zu wenig Zeit für Patienten, zu viele Überstunden

Eine Umfrage des Pflegeberufsverbands SBK legt Schwachpunkte im Pflegealltag offen, die auch Risiken für die Patientensicherheit bergen.

image

Spital Frutigen: Personeller Aderlass in der Gynäkologie

Gleich zwei leitende Gynäkologen verlassen nach kurzer Zeit das Spital.

image

Spitalfinanzierung erhält gute Noten

Der Bundesrat zieht eine positive Bilanz der neuen Spitalfinanzierung. «Ein paar Schwachstellen» hat er dennoch ausgemacht.