In der Schweiz fehlen jetzt über 4'000 Pflegefachleute

Natürlich ist der Mangel im Pflegebereich kein Geheimnis – doch wer die aktuellen Zahlen anschaut, bekommt doch einen stärkeren Eindruck, dass die Lage langsam ernst wird.

, 5. Oktober 2015, 06:54
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Laut dem jüngsten «Jobradar», veröffentlicht von der Arbeits-Suchmaschinenfirma X28, sind derzeit zwischen Genf und Romanshorn über 4'000 Pflegestellen ausgeschrieben.
Der «Jobradar» basiert auf den Einträgen, welche mit der Meta-Suchmaschine Jobagent erfasst werden; er gibt einen besonders umfassenden Überblick über den Schweizer Personalmarkt, rund 95 aller Online-Stellenausschreibungen tauchen hier aus. 
Wie die «Sonntagszeitung» meldet, stieg die Zahl der offenen Stellen insgesamt im dritten Quartal – und das in sehr vielen Sektoren. Das Wachstum geschah insbesondere auch im Tourismus, in der Luftfahrt oder in der Möbelbranche.

Software-Ingenieure? 

Aber im Pflegebereich ist vor allem das absolute Niveau beträchtlich – und die Zahl der offenen Positionen ist seit Jahresbeginn ebenfalls um 300 angewachsen: Der «Jobradar» des ersten Quartals registrierte noch 3'700 offene Pflege-Stellen in der Schweiz. Und im ersten Quartal 2014 waren es noch 2'700 gewesen.
Damit ist das Pflegepersonal etwa viermal so umworben wie die vermeintlich so heiss begehrten Software-Ingenieure (von denen rund 1'500 gesucht werden). 
Bemerkenswert ist zudem, welche Bedeutung der Pflegenotstand innerhalb der eigenen Branchenstruktur hat: Insgesamt sind im schweizerischen Gesundheitswesen derzeit rund 5'200 Stellen offen; vier von fünf unbesetzten Positionen entfallen also auf den Pflegebereich.
Zum Vergleich – derzeit werden via Online-Ausschreibungen gesucht:

  • gut 500 Ärzte;
  • knapp 500 medizinische Praxisassistentinnen;
  • etwa 170 Physiotherapeuten;
  • rund 40 Hebammen;
  • gut 30 Psychologen.

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