Uni Basel: «Verbindung zwischen Immunsystem und Gehirn grösser als vermutet»

Sowohl die Struktur des Gehirns als auch mehrere Gedächtnisfunktionen stehen mit Genen des Immunsystems in Zusammenhang. Dies haben Wissenschaftler der Universität Basel jetzt nachgewiesen.

, 27. April 2017, 09:52
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Funktioniert das Gehirn unbeeinflusst vom Immunsystem? Forscher der Universität Basel sind der Antwort auf diese Frage nun einen grossen Schritt näher gekommen, wie die Uni mitteilt.
Wissenschaftler der Forschungsplattform Molecular and Cognitive Neurosciences (MCN) konnten in zwei Studien nachweisen, dass der Zusammenhang zwischen Immunsystem und Gehirn grösser ist als bislang vermutet.

Genvariante führt zu gesteigerter Hirnaktivität 

Insbesondere solche Gene, die für die Regulation von wichtigen Immunfunktionen im Blut verantwortlich sind, erklären den Forschern zufolge den Zusammenhang zwischen dem identifizierten epigenetischen Profil und den Gehirneigenschaften.
Ausserdem habe eine weitere Studie gezeigt: Eine Genvariante, die bei immunologischen Erkrankungen erforscht werde, führe zu gesteigerter Aktivität bestimmter Hirnregionen – diese seien für das Erinnern von emotionalen Erlebnissen wichtig. 
Die Forschungsresultate wurden in den Fachzeitschriften «Nature Communications» und «Nature Human Behaviour» veröffentlicht.

«Neue therapeutische Möglichkeiten»

Die Ergebnisse beider Studien zeigen: Sowohl die Gehirnstruktur als auch das Gedächtnis hängen laut den Wissenschaftlern mit der Aktivität von Genen zusammen. Diese übernähmen gleichzeitig wichtige Funktionen der Immunregulation im Blut.
«Die genauen Mechanismen der entdeckten Zusammenhänge müssen zwar noch eruiert werden, aber wir hoffen, dass sich hier neue therapeutische Möglichkeiten ergeben», sagt Andreas Papassotiropoulos, Co-Leiter der MCN-Forschungsplattform.
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