Ärzte-Mythen in Hollywood-Streifen: Was stimmt, was nicht?

Viele Spielfilme und TV-Serien handeln von Ärzten und vom Spitalalltag. Zwei Medizinstudierende aus den USA räumen mit sechs Mythen auf – und erklären, welche vier Dinge in der Realität wirklich zutreffen.

, 26. September 2016, 16:00
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Sie heissen «Scrubs», «Dr. House», «Grey’s Anatomy» oder «General Hospital» und «Doc Hollywood». Jenna Reece, Medizinstudentin an der Columbia Universität und Faiz Jiwani von der Universität Florida erklären, was Hollywood-Streifen mit der Realität eines Mediziners zu tun haben.

Das ist falsch...


  • Mythos Nr. 1: Stereotypisierung von Ärzten

Es gibt in Hollywood Unmengen von Klischees über Ärzte: der alte Mentor, der idealistische junge Rebell, der «Womanizer», der Mediziner mit dem Herz am richtigen Fleck. Falsch. So einfach sei es nicht. Solche mediale Darstellungen weckten nur irreführende Patienten-Erwartungen. 

  • Mythos Nr. 2: Ärzte diagnostizieren und behandeln nur

Echte Ärzte müssten sich im richtigen Leben ständig mit massiver Bürokratie herumschlagen. Das zeigten die Streifen aber nie. Der Grund: Für eine «Story» wäre dieser Teil der Wirklichkeit wohl schrecklich und langweilig.

  • Mythos Nr. 3: Die Kultur ist in allen Fachgebieten gleich

Hollywood vermittelt die subtilen kulturellen Unterschiede innerhalb der Fachgebiete laut den beiden angehenden Ärzten gar nicht oder oftmals falsch. So werde im Film «Trainwreck» (siehe Trailer) ein orthopädischer Chirurg als süsser, leise sprechender Charakter dargestellt. Stimmt nicht: In der Realität gebe es kaum sanfte und ruhige Orthopäden.

  • Mythos Nr. 4: Ein Spital ist ein guter Ort für Romanzen

Viele medizinische Dramen handeln von romantischen Verwicklungen. Klar komme es wie überall zu Romanzen. Doch die meisten Ärzte haben laut Reece und Jiwani schlicht und einfach keine Zeit dazu. Zudem: Nicht alle Spital-Teams bestehen ausschliesslich aus jungen, attraktiven Singles.
Mythos Nr. 5: OP-Bekleidung sieht immer gut aus
In den meisten Aufnahmen wird der Bekleidungsprozess völlig falsch dargestellt – aus ästhetischen Gründen. In Tat und Wahrheit sehe ein OP-Anzug «ziemlich lächerlich» aus, eigentlich wie ein Astronauten-Anzug.

  • Mythos Nr. 6: Ärzte sind immer Zauberer

Die Filme stellten Medizin oft wie Magie dar. Oft kommt es zu einer vollständigen Heilung, was leider eben nicht der Realität entspreche. Dies verzerre die Wahrnehmung der Patienten im richtigen Leben.

...und das stimmt

Es gibt aber auch Wahrheiten: 

  • Wahrheit Nr. 1: Es geht blutig zu und her

Die meisten Spezialeffekte und Blutszenen seien «verdammt genau». Spritzendes Blut im «Monty-Python-Stil» ist laut den beiden keine Übertreibung.

  • Wahrheit Nr. 2: Die meisten Ärzte verdienen viel

Es sei wahr, dass die meisten Ärzte eine Menge Geld verdienen. Ein Hausarzt verdiene in den USA durchschnittlich umgerechnet rund 190’000 Franken, ein Spezialist im Schnitt rund 270’000 Franken. Dies sei aber mit der Anzahl Arbeitsstunden, dem Stress und der (teuren) Ausbildung ins Verhältnis zu setzen.

  • Warheit Nr 3: Ärzte haben verrückte Arbeitspläne

Die intensiven Arbeitspläne eines Arztes seien nicht allzu weit von der Realität entfernt. Ein Viertel der Ärzte arbeite zwischen 60 und 80 Stunden pro Woche.

  • Wahrheit Nr. 4: Spitäler sind eine grossartige Kulisse für Geschichten

Dramen in Spitälern seien mit Stories aus «High Schools» zu vergleichen. Ein Spital sei ein hochemotionales Umfeld: Krankheit, Krise, Tod. Dies bilde ein hervorragender Katalysator für Dramen und Geschichten.

6 things Hollywood gets wrong about doctors — and 4 things it gets right: «Business Insider». 

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