Freiburger Spital spart und baut Stellen ab

Das Freiburger Spital (HFR) will 60 Stellen abbauen – ohne dass das verbleibende Personal mehr arbeiten muss, wie die Verantwortlichen versichern.

, 19. Januar 2022, 15:58
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15,7 Millionen Franken Defizit budgetiert das Freiburger Spital (HFR) für dieses Jahr. «Damit kann es sich nicht zufriedengeben», schreiben die Verwaltungspräsidentin Annamaria Müller und Generaldirektor Marc Devaud in einer Mitteilung.

70 Prozent sind Personalkosten

Sie wollen deshalb in den kommenden Monaten einen mehrjährigen Finanzplan zu erstellen. Weil fast 70 Prozent aller Kosten aufs Konto des Personals gehen, sieht der Plan unter anderem auch einen Abbau von 60 Vollzeitstellen vor.
Das Personal soll nicht unter dieser Verknappung leiden, betont HFR-Sprecherin Catherine Favre Kruit gegenüber Medinside. Das Spital wolle dem Personal «keine Arbeitsbedingungen auferlegen, die mit dem Auftrag eines öffentlichen Spitals nicht vereinbar sind.»

HFR zentralisiert und schliesst

Vielmehr will das Spital seine Effizienz steigern. Einige dieser effizienzsteigernden Massnahmen hat das Spital bereits getroffen: Operationen gibt es nur noch im Zentrumsspital, die Operationssäle in Tafers und Riaz sind geschlossen worden.
Die Notaufnahme des Spitals Tafers ist Anfang Jahr in eine Permanence umgewandelt worden. Im vergangenen Oktober hat das HFR zudem das «Maison de garde» in der Permanence des Spitals Riaz eröffnet. Dort leisten Hausärztinnen und -ärzte ausserhalb der Öffnungszeiten ihrer Praxis einen Bereitschaftsdienst.

Eine der höchsten Verweildauern der Schweiz

Das HFR will auch die mittlere Verweildauer der Patienten verkürzen. Bisher hatte das Spital schweizweit eine der höchsten Verweildauern. Bringt das Spital diesen Wert herunter, könne langfristig auch eine Reduktion der Bettenzahl angepeilt werden, sagt Catherine Favre. Derzeit sei das Spital aber noch gewappnet für steigende Patientenzahlen wegen der Pandemie.

Die Budget-Zahlen

Das Budget 2022 des HFR sieht ein Defizit von 15,7 Millionen Franken bei einem Umsatz von 515,2 Millionen Franken vor. Dieser Verlust liegt 3,7 Millionen Franken höher als im Jahr 2019, das angesichts der pandemiebedingten Ausnahmejahre 2020 und 2021 als Referenzjahr dient.
2022 will das HFR 10,5 Millionen Franken mehr einnehmen als 2019. Dies vor allem wegen mehr ambulanten Behandlungen. Andererseits rechnet das Spital mit weniger Erträgen aus den stationären Leistungen wegen der Verhandlungen über Tarifsenkungen für private und halbprivate Spitalaufenthalte.
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