Fast 10 Prozent der Infizierten arbeiten im Gesundheitswesen

Anders als die Schweiz liefert Italien oder Singapur detaillierte Zahlen über Covid-19-Fälle. In Italien ist bereits fast jeder zehnte Infizierte im Gesundheitswesen tätig.

, 17. März 2020, 09:34
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Die intensivmedizinische und infrastrukturelle Kapazität ist nur ein Aspekt der grossen Herausforderung bei einem Ansturm von Corona-Patienten. Ein anderes Problem betrifft das Gesundheitspersonal, das knapp werden könnte. Deshalb ist es nebst der Gesundheit der Bevölkerung enorm wichtig, dass Gesundheitsfachpersonen sich und andere schützen: mit Schutzausrüstung, Hygienemasken, Handhygiene...
Weltweit stecken sich immer mehr und mehr Ärzte, Pflegefachleute oder Rettungssanitäter mit dem neuen Coronavirus an. In Italien sind aktuell in über 2'600 der mehr als 28'200 Fällen Personen betroffen, die im Gesundheitswesen arbeiten. Dies teilt die italienische Gesundheitsbehörde (Istituto Superiore di Sanità) mit. Durchschnittsalter: 49 Jahre, zwei Drittel davon sind Frauen. Auf die Schweiz übertragen wären das derzeit knapp 280 erkrankte Mitarbeitende, die in Gesundheitseinrichtungen tätig sind.  
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Screenshot Istituto Superiore di Sanità

Angaben zu den Fällen auf der IPS

Die italienische Ärztegewerkschaft fordert deshalb, zum Schutz der Patienten alle Ärzte generell auf das Virus zu testen. Dies geht aus einem Schreiben hervor, welches an die Regierung und an die italienische Gesundheitsbehörde ging. Sollte das nicht umgesetzt werden, müssten die Ärzte nach Kontakt mit einem infizierten Patienten unter Quarantäne gestellt werden. Zwei Ärzte sind Medienberichten zufolge bereits an den Folgen der Erkrankung verstorben. 
Wie viele Menschen aus der Gesundheitsbranche mit dem Coronavirus infiziert sind oder sich in Quarantäne befinden, wird in der Schweiz derzeit (noch) nicht systematisch erfasst und publiziert. Einige Länder wie Italien weisen solche Zahlen und Daten bereits detaillierter aus: Etwa die Anzahl der infizierten und getesteten Personen, hospitalisierte Patienten oder die kritischen Fälle auf Intensivstationen (Singapur hierhier oder Italien hier). Daniel Koch vom BAG sagte am Dienstag gegenüber den Medien, das Amt komme nicht nach, die Daten einzugeben, um Analysen zu erheben. Der Anstieg der Zahlen sei so schnell. Man werde aber weitere Informationen so schnell wie möglich publizieren.    
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Screenshot Ministry of Health Singapore
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