Diese Bilder finden Sie bald schon in Ihrem Spital

Fast alle Menschen im Land finden die Organspende etwas Gutes; aber die wenigsten halten ihren Spendewillen fest. Dies besagt eine neue Umfrage. Eine Kampagne will nun sensibilisieren – gerade auch das Spitalpersonal.

, 7. September 2015, 08:00
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Das Ergebnis ist klar: Die Schweizerinnen und Schweizer stehen der Organspende positiv gegenüber. 91 Prozent der Befragten äusserten sich in einer repräsentativen Umfrage grundsätzlich positiv zur Sache, und 81 Prozent bekundeten ihre grundsätzliche Bereitschaft, nach ihrem Tod Organe zu spenden; dies besagt eine Erhebung, die Demoscope im Auftrag von Swisstransplant durchgeführt hat.
Allein: Ihren Spendenwillen festgehalten haben nur gut die Hälfte der Befragten. In der Swisstransplant-Umfrage erklärten dies 48 Prozent damit, dass sie noch nicht dazu gekommen seien – beziehungsweise dass sie sich «noch nicht eingehend» damit befasst hätten. «Das Thema hat vielfach keine Priorität», lautet ein Fazit der Demoscope-Forscher.

«Gute Sache»

Was bedeutet die Organspende für die Schweizerinnen und Schweizer? Die Mehrheit der Befragten assoziierte es mit Positivem wie «Leben retten», «Gute Sache» und «helfen» an. Jeweils 2 Prozent reagierten beim Begriff Organspende spontan spontan negativ – mit Kommentaren wie «bin dagegen» und «Organhandel/Kriminalität».
«Es ist genau das Abbild von dem, was wir bei Swisstransplant in Zusammenhang mit der Öffentlichkeit jeden Tag erleben», kommentiert Franz Immer, der Direktor der Stiftung für Organspende und Transplantation, die Ergebnisse: Man würde eigentlich spenden, aber denke nicht daran, die Entscheidung auch mitzuteilen.
Es sei noch zu wenigen bewusst, in welch schwierigen Situationen sich Angehörige und das Spitalpersonal befinden, wenn die Entscheidung eben nicht vorliegt.

«Entscheiden Sie sich!»

Daher lanciert Swisstransplant jetzt eine Kampagne. Ihre Botschaft: Entscheiden Sie sich, teilen sie ihren Entscheid den Angehörigen mit – womit sie diese und das Spitalpersonal im Notfall entlasten können.
Kommuniziert wird mit Plakaten, die in den Spitälern präsentiert und aufgehängt werden. Sie zeigen transplantierte Personen abgebildet, die voller Lebensfreude sind. Hinzu kommt eine Broschüre von Swisstransplant, welche die «Entscheiden», «Reden» und «Entlasten» aufgreift. Mit den Informationen in der Broschüre soll es möglich sein, eine Entscheidung zu fällen und diese zu kommunizieren.
Im Hintergrund steht auch, dass die Schweiz eine der tiefsten Organspender-Quoten in Europa aufweist. Eine Swisstransplant-Erhebung 2012 ergab etwa, dass die Schweiz, gemessen an der Bevölkerung, weniger als halb so viele Spender hat wie führende europäische Länder, beispielsweise Spanien oder Belgien. 
Das Potential ist also bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Jedes Jahr sterben bis zu hundert Menschen, weil sie nicht rechtzeitig ein Spenderorgan erhalten. 

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Entwicklung der Organspenden in der Schweiz, 2003–2014 (Quelle: BAG).
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