Die Pflegenden der Spitex Rotsee bangen um ihre Zukunft

Das private Spitex-Unternehmen aus Ebikon kann seine Dienste ab sofort nicht mehr ausführen. Nun stehen zahlreiche Kunden ohne Pflege da und die knapp 60 Angestellten vor einer ungewissen Zukunft.

, 4. Januar 2022, 13:43
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Diese Nachricht kam offenbar aus dem heiteren Himmel: Die Firma, welche die Privat-Spitex Rotsee AG übernehmen wollte, ist in letzter Sekunde abgesprungen. Von diesem kurzfristigen Entscheid betroffen sind nun mehrere Klienten der Spitex Rotsee aus Ebikon sowie die 59 Mitarbeitenden - darunter zwölf Lernende in der Pflege. 
Aktuell läuft ein Rechtsverfahren der Spitex Rotsee gegen die Gemeinde Ebikon. Das berichtet die Luzerner Zeitung. Der Gemeinderat habe die Betriebsbewilligung für das Unternehmen nicht verlängert. Der Geschäftsführer Theepan Suntharalingam legte daraufhin gegen diesen Entscheid beim Kantonsgericht Beschwerde ein. Dieses beschloss jedoch, dass die Beschwerde keine aufschiebende Wirkung hat. Somit gilt der Entscheid des Gemeinderats.

Geschäftsführer in der Bredouille

Dieser Entscheid hat Suntharalingam in die Bredouille gebracht, schreibt die Zeitung. Weil das Unternehmen, welches Mitarbeitende und Kundschaft übernehmen wollte, in letzter Sekunde abgesprungen sei, habe Suntharalingam die 159 Klientinnen und Klienten auf unterschiedliche Spitex-Organisationen in der Region verteilen müssen. 
Das sei ihm jedoch nicht in allen Fällen gelungen, weshalb er jetzt für die Mitarbeitenden eine Lösung suche. Ob ihm das gelingen wird, ist jedoch ungewiss.
Zuversichtlicher ist die Gemeinde Ebikon. Alex Mathis, Geschäftsführer von Ebikon, schreibt gegenüber der Luzerner Zeitung, dass die Gemeinde von den öffentlichen Spitex-Organisationen wisse, dass sie die Klientinnen und Klienten mit KVG-pflichtigen Leistungen übernehmen können und werden. Die Gemeinde stehe im Kontakt mit den öffentlichen Spitex-Organisationen der Region.
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