Das sind die meistgelesenen Artikel über Krebs

Eine Rangliste der Fachzeitschrift «Nature» zeigt, welche Krebsartikel am häufigsten heruntergeladen wurden. Medinside stellt drei Studien vor.

, 25. März 2022, 06:00
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Die Fachzeitschrift «Nature» hat eine Rangliste erstellt: Welche Artikel zum Thema Krebs wurden im vergangenen Jahr am häufigsten gelesen? Die Auswahl ist gross: Die Liste umfasst die Top-100-Artikel. Medinside stellt die Forschungsergebnisse dreier Studien vor.

Risikomindernde Mastektomie

Am 14. Mai 2013 teilte die Hollywood-Schauspielerin Angelina Jolie der Welt mit, dass sie sich vorsorglich beide Brüste hatte amputieren lassen (bilaterale risikoreduzierende Mastektomie). Forscher haben die Auswirkungen dieser Nachricht auf die Rate der kontralateralen risikomindernden Mastektomie (CRRM) bei Frauen mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung von Brustkrebs untersucht.
Die Studie zeigt, dass bei Frauen in den USA, bei denen einseitiger Brustkrebs diagnostiziert wurde und die eine Klinik für Familienanamnese aufsuchten, die CRRM-Raten in den 20 Jahren vor Jolies Nachricht stabil bei etwa 24 Prozent waren. Nach der Bekanntgabe des Hollywoodstars hat sich die Rate jedoch mehr als verdoppelt (51,8 Prozent).
Interessant: Die Forscher verweisen auf eine Studie aus der Schweiz, die keine Veränderung der CRRM-Raten im Laufe der Zeit feststellen konnte. Die Autoren der Schweizer Studie kamen zum Schluss, dass Unterschiede in den medizinisch-sozialen und kulturellen Faktoren, der Wahrnehmung von Brustkrebs und dem Zugang zu plastischer Chirurgie für die Unterschiede zwischen den USA und Europa verantwortlich sein könnten.

Bösartiges Gliom

Das Geweih von Hirschen wird jedes Jahr vor der Paarungszeit komplett neu gebildet; es kann bis zu 1,7 Zentimeter am Tag wachsen. Bei der Geweihbildung werden tumorfördernde Gene aktiv. Interessanterweise werden aber auch tumorhemmende Gene aktiviert. Es kommt also zu einem tumorartigen Wachstum der Zellen, das – im Gegensatz zu Krebs – kontrolliert und wieder abgeschaltet werden kann.
Die Daten einer Studie weisen daraufhin, dass ein spezielles Extrakt – das sogenannte «deer antler velvet extract» – , welches aus dem Knorpelgewebe männlicher Hirschgeweihe gewonnen wird, bioaktive Verbindungen mit tumorunterdrückende Eigenschaften enthält und als Therapeutikum für die Behandlung von Gliobastomen entwickelt werden könnte.

Krebserregender Stoff Arsen

In Indien wurde im Bundesstaat Bihar ein Anstieg von Fällen bei Personen verzeichnet, die von Arsenvergiftungen betroffen sind. Eine unkontrollierte Arsenaufnahme kann zu Haut-, Nieren-, Leber-, Blasen- oder Lungenkrebs führen, aber auch indirekte Formen von Krebs treten regelmässig auf – mit abnormalen Arsenwerten als wahrscheinliche Ursache. 
Eine Studie bestätigt die Tatsache, dass die Menschen, die im Gangesbecken leben, einer anhaltenden Arsentoxizität ausgesetzt sind, die zur Entwicklung verschiedener Krebsarten führt. Die Studienautoren konnten einen signifikanten Zusammenhang zwischen dem schädlichen Element und der Krankheit herstellen.
Hier gelangen Sie zu den Top 100 Artikel über Krebs.
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