Covid-Zahlen: USB braucht «dringend Unterstützung»

Die Belastung am USB steigt. Um die aktuelle Situation auf den Bettenstationen zu meistern, sucht das Spital dringend temporäre Fachkräfte – sogar Studenten ohne Pflegehintergrund dürfen sich bewerben.

, 30. November 2021, 13:00
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Es klingt beinah verzweifelt: «Aufgrund der steigenden Corona-Zahlen brauchen wir dringend Ihre Unterstützung», heisst es auf der Internetseite des Universitätsspitals Basel (USB). Gesucht werden Personen für temporäre Einsätze auf Stundenlohnbasis – auch Studentinnen und Studenten ohne Pflegehintergrund –, die pflegerische Hilfstätigkeiten zur Entlastung der Bettenstationen übernehmen. «Natürlich freuen wir uns auch über Bewerbungen von Pflegefachpersonen», heisst es weiter.

Elf Personen auf der IPS

Doch wie prekär ist die aktuelle Situation in Basel? Ein Blick auf die laborbestätigten Hospitalisationen des BAG zeigt, dass in den letzten 14 Tagen auf 100'000 Einwohner 19 Fälle im Kanton Basel Stadt und 12 im Kanton Basel Land verzeichnet werden (Zeitraum: 16. bis 29. November). 
«Die Belastung im Spital steigt. Der Druck auf die Bettensituation ist hoch und wir mussten unsere Covid-19-Station erweitern», betont Mediensprecherin Caroline Johnson gegenüber Medinside. Aktuell sind 38 Personen wegen Covid-19 am Unispital Basel hospitalisiert, «elf Personen liegen auf der Intensivstation und die Mehrheit davon muss beatmet werden», gibt sie zu denken.
Ein Grossteil der hospitalisierten Patienten und Patientinnen sei nicht geimpft. «Bei der geringeren Anzahl hospitalisierter, geimpfter Patienten, handelt es sich um Personen, die entweder immunsupprimiert, älter oder nicht nach sechs Monaten ˂geboostert˃ sind.»

Vom Studenten bis zum Rentner

Um die aktuelle Situation zu meistern sucht das USB
  • Studentinnen und Studenten
  • Pflegehelferinnen und -helfer
  • AssistentInnen Gesundheit und Soziales (AGS)
  • Fachpersonal Gesundheit (FaGe)
  • Medizinische Praxisassistenten (MPA)
  • Diplomierte Pflegefachfrauen mit Diplom HF/FH
«Auch Frühpensionierte mit medizinischem Hintergrund können wir brauchen», so Johnson. Für eine Bewerbung braucht es weder ein 2- noch ein 3G. «Wir empfehlen allen unseren Mitarbeitenden dringlich, sich impfen zu lassen. Das gilt auch für Neueintretende. Wir haben jedoch keine Impfpflicht für unsere Mitarbeitenden», fügt sie an.
Wie gross die Lücke am USB ist, darauf wollte Johnson nicht eingehen. «Wie sich die Situation in den nächsten Wochen und Monaten entwickeln wird, ist schwierig abzuschätzen. Momentan sind wir ums jede Unterstützung froh.» Bei der Rekrutierung des Personals kommen auch spezialisierte Temporärbüros zum Einsatz. 
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