Clienia: Ärzte wehren sich gegen Reorganisation

Hunderte Betroffene setzen sich in Inseraten für den Erhalt der Tagesklinik und des sozialpsychiatrischen Ambulatoriums in Männedorf ein.

, 19. Dezember 2017, 11:00
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Ende November gab die Clienia bekannt, die Tagesklinik und das sozialpsychiatrische Ambulatorium des Psychiatriezentrums Männedorf (PZM) bis Juni 2018 zu schliessen. Stattdessen sollen entsprechende Angebote in Wetzikon ausgebaut werden. Der Entscheid des Verwaltungsrats steht noch aus und wird Ende Januar erwartet. 
Die Ankündigung schlägt nun Wellen bis über den Bezirk hinaus. 330 Personen, vorwiegend Psychiater, aber auch Hausärzte, Spezialisten und Politiker haben einen offenen Brief unterschrieben, der in diversen Medien erschienen ist. Die Unterzeichnenden wehren sich «gegen die Schliessung des PZM und eine Aushöhlung der ambulanten psychiatrischen Grundversorgung». Viele der Unterschriften stammen aus dem Bezirk Meilen, aber auch aus der Stadt Zürich und anderen Kantonen. 

Politischer Vorstoss

Auch Politiker wurden durch die Pläne der Clienia aufgeschreckt. So haben die Kantonsräte Hanspeter Göldi (SP), Lorenz Schmid (CVP) und Kathy Steiner (GP) zusammen mit weiteren Kantonsräten eine dringliche Anfrage gestellt. Sie fordern vom Regierungsrat Auskunft zur bevorstehenden Schliessung des PZM. Man wolle wissen, ob der Regierungsrat den Leistungsauftrag des PZM auch als erfüllt betrachtet, wenn die Leistungen in Wetzikon statt in Männedorf erbracht werden. 
Auch Patienten der Tagesklinik wenden sich an den Regierungsrat. In einem offenen Brief an Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger tun sie ihre Unsicherheit bezüglich ihrer Zukunft kund. Sie verlangen, dass der Kanton Zürich ein tagesklinisches Angebot im Bezirk Meilen sicherstellt. 
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