Bundesrat hebt Ruhezeiten für Spitalpersonal auf

Die vorgeschriebenen Arbeits- und Ruhezeiten in Spitälern sind vorübergehend sistiert. Dies hat der Bundesrat im Kampf gegen das Coronavirus entschieden.

, 23. März 2020 um 09:03
image
  • spital
  • coronavirus
  • pflege
  • ärzte
In den Spitalabteilungen, die infolge der Covid-19-Erkrankungen eine massive Zunahme der Arbeit erfahren, ist die Geltung der Bestimmungen des Arbeitsgesetzes betreffend die Arbeits- und Ruhezeiten so lange sistiert, wie es die ausserordentliche Lage erfordert. Dies geht aus der zweiten bundesrätlichen Verordnung zur Bekämpfung des Coronavirus hervor.
Ärzte und Pflegepersonal müssen sich derzeit auf viel Arbeit einstellen. Der Bundesrat will den Spitälern so mehr Flexibilität geben, weil das Personal knapp ist. Die Arbeitgeber seien aber weiterhin verantwortlich für den Schutz der Gesundheit ihrer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, steht in der Verordnung weiter zu lesen. So müssen diese insbesondere dafür sorgen, dass diesen ausreichende Ruhezeiten gewährt werden.
Der Bundesrat kam mit diesem Entscheid einer Bitte einzelner Kantone nach, heisst es. Der stellvertretende Direktor des Instituts für Intensivmedizin am Universitätsspital Zürich (USZ) etwa begrüsst diesen Schritt. «Wir sind in einer Krise. Natürlich versuchen wir unser Personal bestmöglich zu schützen, aber es wird Überzeiten geben», sagt Peter Steiger. Wir müssten flexibel sein – und die Leute seien dies auch. Bei der Gewerkschaft hingegen kommt dieser Schritt überhaupt nicht gut an. Das medizinische Personal leiste sowieso schon enorm viel, heisst es dort.

Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Nun müssen Spitäler besser werden

Erstmals haben die Spitäler und Krankenkassen einen Vertrag über die Qualität ihrer Arbeit abgeschlossen.

image

Die Insel ist das schnellste Spital der Schweiz

Zum 9. Mal verteidigte die Insel ihren Titel, die fittesten Angestellten zu haben: Sie gewann die Firmentrophy am Berner Stadtlauf.

image

Genfer Professorin neu in der Internationalen Aids-Gesellschaft

Die weltweite Vereinigung der HIV-Experten und -Expertinnen hat Alexandra Calmy als Europa-Vertreterin in ihr Gremium gewählt.

image

Studie: Hohe Burnoutgefahr bei Notärzten

Knapp 60 Prozent weisen mindestens ein Burnout-Kriterium auf, über 10 Prozent hatten bereits Suizidgedanken.

image

Die Luks-Gruppe sucht einen neuen CEO

Benno Fuchs geht Ende März 2025 in Frühpension.

image

Landesspital Liechtenstein: Weniger ambulante und stationäre Patienten

Damit rutschte ein weiteres Akutspital 2023 in die roten Zahlen.

Vom gleichen Autor

image

Arzthaftung: Bundesgericht weist Millionenklage einer Patientin ab

Bei einer Patientin traten nach einer Darmspiegelung unerwartet schwere Komplikationen auf. Das Bundesgericht stellt nun klar: Die Ärztin aus dem Kanton Aargau kann sich auf die «hypothetische Einwilligung» der Patientin berufen.

image

Studie zeigt geringen Einfluss von Wettbewerb auf chirurgische Ergebnisse

Neue Studie aus den USA wirft Fragen auf: Wettbewerb allein garantiert keine besseren Operationsergebnisse.

image

Warum im Medizinstudium viel Empathie verloren geht

Während der Ausbildung nimmt das Einfühlungsvermögen von angehenden Ärztinnen und Ärzten tendenziell ab: Das besagt eine neue Studie.